/ 21.06.2013
Helmut Schmidt
Außer Dienst. Eine Bilanz
Berlin: Siedler Verlag 2008; 350 S.; Ln., 22,95 €; ISBN 978-3-88680-863-2Schmidt leitet den Band passend mit dem Satz ein: „Gegen Ende des Lebens wollte ich einmal aufschreiben, was ich glaube, im Laufe der Jahrzehnte politisch gelernt zu haben“ (1). „Außer Dienst“ ist somit keine Autobiografie, sondern die Darstellung der Personen, Ereignisse und Entwicklungen, die für Schmidts persönliche und politische Entwicklung prägend waren. Diese Erfahrungen möchte er der politisch aktiven Generation zur Verfügung stellen. Dementsprechend breit ist das abgehandelte Themenspektrum: Schmidt äußert sich unter anderem zum deutschen Föderalismus, zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr, zum demografischen Problem Deutschlands und zu den unzureichend regulierten Finanzmärkten. Daraus leitet der Autor wiederum durchaus klare Handlungsanweisungen ab; etwa die Forderung nach der weiteren Deregulierung des Arbeitsmarktes, der außenpolitischen Fokussierung Deutschlands auf seine europäischen Nachbarn, sowie das vehemente Plädoyer für verstärkte Anstrengungen zur Förderung der Toleranz zwischen den großen Weltreligionen. Die Publikation ist für die Politikwissenschaft nur von sehr begrenzter Relevanz, liest sich aber dennoch aufgrund der enormen politischen Erfahrung Schmidts spannend und gewinnbringend.
Matthias Seifert (MSE)
Politikwissenschaftler, Lehrer für Gemeinschaftskunde und Englisch, Gymnasium Englisches Institut Heidelberg.
Rubrizierung: 2.3 | 2.35 | 4.2 | 4.21
Empfohlene Zitierweise: Matthias Seifert, Rezension zu: Helmut Schmidt: Außer Dienst. Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29889-ausser-dienst_35410, veröffentlicht am 17.11.2008.
Buch-Nr.: 35410
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Politikwissenschaftler, Lehrer für Gemeinschaftskunde und Englisch, Gymnasium Englisches Institut Heidelberg.
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