/ 20.06.2013
Volker Koop
Besetzt. Französische Besatzungspolitik in Deutschland
Berlin: be.bra verlag 2005; 352 S.; geb., 24,90 €; ISBN 3-89809-064-7Der Autor schreibt eine Geschichte der ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in der französischen Besatzungszone in Südwest-Deutschland (und Teilen West-Berlins) „in erster Linie aus der Sicht der betroffenen Deutschen“ (8). So künden Heimatchroniken von Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und ausgiebigen Plünderungen durch französische Truppen in Baden und Württemberg Mitte 1945. Die in französischem Gewahrsam befindlichen deutschen Kriegsgefangenen wurden unter schlechten Bedingungen in Lagerhaft gehalten und mussten Zwangsarbeit in Bergwerken oder in der Landwirtschaft leisten. Weil die Ernährungslage in der französischen Besatzungszone schlechter als in den anderen westlichen Zonen war, wurden hier Requisitionen, Demontagen und Holzeinschlag konsequenter durchgeführt, was die Überlebensperspektiven der Menschen empfindlich beeinträchtigte. Erst als 1948 die Idee einer Kontrolle Deutschlands durch Integration allmählich die Oberhand gewann, begann der steinige Weg zur deutsch-französischen Freundschaft. Dem nahe liegenden Vorwurf, französische Überlegungen und Quellen würden im vorliegenden Werk zu kurz kommen, begegnet der Autor vorauseilend im Vorwort, indem er betont, dass es sein Ziel sei, das Leben in der Besatzungszone aus deutscher Perspektive darzustellen, weil es an der Zeit sei, auch das Fehlverhalten der Siegermächte zu thematisieren.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 4.1 | 4.22 | 2.61 | 2.313
Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Volker Koop: Besetzt. Berlin: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24699-besetzt_28538, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28538
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M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
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