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/ 21.06.2013
Volker Koop

Besetzt. Sowjetische Besatzungspolitik in Deutschland

Berlin: be.bra verlag 2008; 316 S.; geb., 24,90 €; ISBN 978-3-89809-082-7
Der Publizist Koop vervollständigt mit diesem Band seine kleine populärwissenschaftliche Reihe über die Besatzungspolitik der Alliierten. Leser, die wissenschaftlich zu diesem Thema arbeiten, werden nicht angesprochen und können auch keinen neuen Erkenntnisgewinn aus diesem Buch ziehen. Koop schildert die sowjetische Besatzungspolitik als Unheil, das über die Ostdeutschen hereinbrach und belegt mit zahlreichen Einzelbeispielen die Willkür, der die Menschen ausgesetzt waren. Die Darstellung gewinnt allerdings keineswegs dadurch an Schärfe, dass eine Verallgemeinerung dieser Einzelbeispiele nahe gelegt wird. Andere Abschnitte wiederum sind so allgemein gehalten, dass nur ein Eindruck erweckt wird – wie in dem Fall der letzten in der Sowjetunion festgehaltenen deutschen Kriegsgefangenen, die 1955 nach dem Besuch Adenauers in Moskau freikamen. Koop hätte durchaus die Erkenntnisse jüngerer Forschung erwähnen können, wonach diese Freilassung nicht allein dem politischen Können des Kanzlers zu verdanken, sondern bereits vor seiner Ankunft von der sowjetischen Regierung beschlossen worden war. Koop konzentriert sich insgesamt auf die willkürliche Besatzungspolitik und deren negative Folgen, eine Perspektive auf den Alltag der Mehrheit oder gar die Frage, wie die SED-Diktatur unter dem Schutz der sowjetischen Armee konkret zustande kam, wird nicht eröffnet.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3142.3124.22 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Volker Koop: Besetzt. Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29844-besetzt_35355, veröffentlicht am 03.02.2009. Buch-Nr.: 35355 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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