/ 20.06.2013
Peter Schenkel Eisenhertz
Betrachtungen der Gegenwart. Die Horizonte der Herren Pfirsich und Wunderlich
Münster: agenda Verlag 2004; 287 S.; 30,- €; ISBN 3-89688-194-9Als Gesprächspartner für seine „tour de raison“ durch Weltgeschichte und -politik wählt sich der Autor, Berater der internationalen Medienakademie CIESPAL in Quito/Ecuador, die Herren Pfirsich (ein eher biederer Bundesbürger) und Wunderlich (offenbar ein inzwischen gut situierter Achtundsechziger). Diese belehrt er, indem er sie zu verleiten sucht, das „juste milieu“ der bundesrepublikanischen Diskussion zu durchbrechen. Dabei kommt er zu erstaunlichen und banalen Ergebnissen, wie z. B.: „Zweifellos wird Hitler als großer Ruinierer und vor allem als Verfolger und Schlächter des Judentums in die Geschichte eingehen“ (209), aber, und dies sei die andere Seite der Gestalt Hitlers: „Es war Hitler, der zu den grundlegenden Veränderungen danach den Anstoß gegeben, sie erst möglich gemacht hatte. Ohne sie keine Dekolonisation. Ohne sie keine Integration Europas und auch keine Vereinten Nationen“ (215). Da können die Herren Wunderlich und Pfirsich mal darüber nachdenken: „Warum müssen Gestalten wie Hitler die Welt erst mit schrecklichen Kriegen überziehen, ehe sich die Menschheit aufrafft und den Weg in Richtung einer höheren internationalen Ordnung einschlägt?“ (216 f.)
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.2 | 2.23 | 2.25 | 2.64 | 2.35 | 2.312 | 4.43 | 4.45
Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Peter Schenkel Eisenhertz: Betrachtungen der Gegenwart. Münster: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22095-betrachtungen-der-gegenwart_25189, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25189
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
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