/ 21.06.2013
Jacky Law
Big Pharma. Das internationale Geschäft mit der Krankheit. Aus dem Englischen von Christoph Trunk
Düsseldorf: Patmos Verlag 2007; 327 S.; geb., 24,90 €; ISBN 978-3-491-36001-3Die Autorin ist Wissenschaftsjournalistin und spezialisiert auf Themen rund um die Pharmaindustrie. In ihrem Buch zeichnet sie das Bild eines Gesundheitssystems, das mehr den Gesetzen des Marktes als den Bedürfnissen der Menschen gehorcht. Die Pharmaindustrie und der menschliche Wunsch, Beschwerden so annehmlich wie möglich abzuwenden, wirkten dabei auf fatale Weise zusammen. Auch Ärzte ließen sich von Werbekampagnen für Modemedikamente derart beeinflussen, dass sie kaum als Korrektiv anzusehen seien. Zugleich blieben dringend benötigte, aber unrentable medizinische Innovationen aus. Law beschreibt konkret und anschaulich, was man als Marktversagen auf dem medizinischen Sektor bezeichnen könnte. Sie zeigt aber auch, wie Patientenbewegungen sich diesem Marktmechanismus entgegenstemmen können, und plädiert für emanzipierte, kritische Patienten, die vermeintlich autoritative Gesundheitsempfehlungen kompetent hinterfragen. Hier bietet sich Laws Buch als Beitrag zur Aufklärung und Reflexion sicherlich an, auch wenn eine übersichtlichere Gliederung den Zugriff erleichtert hätte.
Tine Hanrieder (CTH)
M. A., wiss. Assistentin, Geschwister-Scholl-Institut, LMU München.
Rubrizierung: 4.43 | 4.45 | 2.263 | 2.343
Empfohlene Zitierweise: Tine Hanrieder, Rezension zu: Jacky Law: Big Pharma. Düsseldorf: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27960-big-pharma_32856, veröffentlicht am 31.03.2008.
Buch-Nr.: 32856
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M. A., wiss. Assistentin, Geschwister-Scholl-Institut, LMU München.
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