/ 18.06.2013
Theresia Bauer
Blockpartei und Agrarrevolution von oben. Die Demokratische Bauernpartei Deutschlands 1948-1963
München: R. Oldenbourg Verlag 2003 (Studien zur Zeitgeschichte 64); 639 S.; 84,80 €; ISBN 3-486-56703-9Diss. phil. München; Gutachter: H. G. Hockert, M. H. Geyer.- Die Entstehung der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) stand in einem engen Zusammenhang mit der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone. Im Gegensatz zu den „bürgerlichen" Parteien CDU und LDP war die DBD im Jahre 1948 gezielt geschaffen worden, um die Politik der SED zu unterstützen und damit das Instrumentarium der Blockpolitik wiederzubeleben. Nach der gründlichen Untersuchung der Rahmenbedingungen für Entstehung und Entwicklung der DBD legt die Autorin eine akribische Analyse der Partei vor. Obschon es der DBD zunächst gelungen war, die traditionell antikommunistische ländliche Bevölkerung anzusprechen, zogen sich im Zuge der Kollektivierung zahlreiche Funktionäre von ihr zurück. Bauer zeigt dabei, wie die SED mithilfe des Staatssicherheitsdienstes die Parteispitze der DBD durchdringen und ab 1959 regelrecht steuern konnte. Während Ost-CDU und LDPD 1990 nicht nur die Unterstützung entsprechender Parteien in Westdeutschland in Anspruch nehmen konnten, fehlten dem DBD darüber hinaus auch historische Wurzeln jenseits der DDR-Geschichte. Die Partei erschien als ein Kunstprodukt, das sich von seiner „Funktion als ausführender Arm der SED" nie zu befreien vermochte.
Stefan Gänzle (GÄ)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.314
Empfohlene Zitierweise: Stefan Gänzle, Rezension zu: Theresia Bauer: Blockpartei und Agrarrevolution von oben. München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19074-blockpartei-und-agrarrevolution-von-oben_22152, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 22152
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