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/ 20.06.2013
Philippe Robert

Bürger, Kriminalität und Staat. Mit einem Vorwort von Fritz Sack. Übersetzt von Angela Taeger

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005 (Studien zur Inneren Sicherheit 8); XXI, 265 S.; brosch., 49,90 €; ISBN 3-531-14688-2
Dass zwischen dem staatlichen Sicherheitsversprechen und dem Anspruch der Bürger auf die Gewährleistung von Schutz eine Lücke klafft, stellt den Ausgangspunkt der Studie des französischen Soziologen Robert dar. Der Band ist 1999 zuerst in Frankreich erschienen. Robert vertritt die These, dass die Politik die Bedeutung der Alltags- bzw. Kleinkriminalität bewusst heruntergespielt und damit die Entstehung eines verbreiteten Unsicherheitsgefühls in der Gesellschaft befördert habe. Die Stärke des Bandes besteht darin, dass die kriminalpolitische Entwicklung in die Rahmenbedingungen des gesellschaftlichen Wandels – konkret: der französischen Gesellschaft – eingebettet wird. Im zweiten Teil der Studie wird diskutiert, welche Alternativen zur gegenwärtigen Malaise bestehen. Der Markt (Versicherungen, private Sicherheitsdienste) könne nur begrenzte Dienste leisten, insbesondere, weil die Sicherheit ihren Charakter als Gemeinschaftsgut verliere und in ökonomischen Nutzenkalkülen aufgehe. Die staatliche Kriminalpolitik solle sich reorientieren, um den Ansprüchen der Bürger in ihrem unmittelbaren Nahbereich entgegen zu kommen. Diese Vorstellung ist offenkundig vom Ansatz des „community policing“ beeinflusst.
Wilhelm Knelangen (WK)
Dr., wiss. Ass., Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.612.212.263 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Knelangen, Rezension zu: Philippe Robert: Bürger, Kriminalität und Staat. Wiesbaden: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25058-buerger-kriminalitaet-und-staat_28985, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28985 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA