Skip to main content
/ 20.06.2013
Christoph Stumpf / Holger Zaborowski (Hrsg.)

Church as Politeia. The Political Self-Understanding of Christianity. Proceedings of a Becket Institute Conference at the University of Oxford, 28 September - 1 October 2000

Berlin/New York: Walter de Gruyter 2004 (Arbeiten zur Kirchengeschichte 87); XII, 352 S.; 98,- €; ISBN 3-11-017606-8
In den Beiträgen deutscher, britischer und US-amerikanischer Wissenschaftler geht es um die Frage nach dem politischen Selbstverständnis des Christentums in ideengeschichtlicher Perspektive. Der Gegenstand Christentum wird dabei im Wesentlichen eingeschränkt auf das Luthertum, den Katholizismus und den Anglikanismus. Anhand einiger Beiträge soll die inhaltliche Bandbreite des Buches verdeutlicht werden. Matthias Wolfes stellt die politische Theorie Friedrich Schleiermachers dar und verweist auf seine Bedeutung als Staats- und Sozialtheoretiker. Aus Sicht der systematischen Theologie reflektiert Eilert Herms über die Lage und die Zukunftsaussichten der Kirchen in Deutschland. Bernd Wannenwetsch äußert sich zur Frage des politischen Selbstverständnisses der Kirchen. Er weist eine Kirchenpolitik zurück, die sich an einem Weber'schen Politikbegriff orientiert, mithin also versucht, im Wettstreit mit anderen gesellschaftlichen Akteuren nach Macht im Sinne Max Webers zu streben. Dem hält der Verfasser die Vorstellung der „Kirche als Politeia" entgegen, die für ein inklusives, beteiligungsorientiertes Politikmodell steht. Aus dem Inhalt: Oliver M. T. O'Donovan: Law, Moderation and Forgiveness (1-11) Joachim Schaper: Die Pharisäer - ein hellenistischer Religionsverein? (13-28) Markus Enders: „Nichts liebt Gott mehr in der Welt als die Freiheit seiner Kirche". Anselm von Canterburys Verständnis der Kirche, kirchlicher Lebensformen und des Verhältnisses der kirchlichen zur weltlichen Gewalt (29-68) Eberhard Schockenhoff: Dient die Politik dem Glück des Menschen? Zum Verhältnis von geistlicher und weltlicher Gewalt bei Thomas von Aquin (69-102) Joan Lockwood O'Donovan: The Christian Pedagogy and Ethics of Erasmus. A Poesis for the Present? (103-119) Georg Pfleiderer: Political Dimensions of Lutheran Confessional Writings (121-133) Armin Adam: The Church Constitution - A Political Problem? (135-149) Christoph A. Stumpf: The Christian Society and its Government. A Comparison between the Theo-Political Concepts of Richard Hooker and of Hugo Grotius (151-175) Heinrich De Wall: Protestantische Theorien über die Beziehung zwischen Kirche und Staat im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation (177-189) Holger Zaborowski: „Reason and Freedom Remain Our Shibboleth and the Invisible Church our Point of Unity". The German Idealist View of the Church and its Political Implications (191-218) Matthias Wolfes: Die „Oeffentlichkeit des Lebens" und der Staat. Friedrich Schleiermachers politische Theologie als Programm einer liberalen Bürgergesellschaft (219-241) Albert-Peter Rethmann: Kirche als politisch-moralischer Akteur in pluraler Gesellschaft. Leitlinien und Anregungen im Anschluß an das Zweite Vatikanische Konzil (243-266) Thomas Schlag: Value Education in the German Protestant Church (267-284) Eilert Herms: Lage und Perspektive der Kirchen im Zusammenhang der europäischen Einigung am Ende des 20. Jahrhunderts. Eine evangelische Selbsteinschätzung (285-322) Bernd Wannenwetsch: The Liturgical origin of the Christian Politeia. Overcoming the ‚Weberian' Temptation (323-340)
Sebastian Lasch (LA)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.32.232.3113.2 Empfohlene Zitierweise: Sebastian Lasch, Rezension zu: Christoph Stumpf / Holger Zaborowski (Hrsg.): Church as Politeia. Berlin/New York: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22607-church-as-politeia_25792, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25792 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA