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/ 21.06.2013
Philipp Sarasin

Darwin und Foucault. Genealogie und Geschichte im Zeitalter der Biologie

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2009; 456 S.; geb., 24,80 €; ISBN 978-3-518-58522-1
Sarasin sieht Darwin und Foucault als zwei der maßgeblichen Autoren des modernen Denkens. Sie dekonstruierten ihre Welt, nahmen nichts als gegeben hin, dachten radikal antihegelianisch und lösten somit Gewissheiten auf. „Foucault stammt von Darwin ab“, titelt der Buchumschlag lapidar. Damit ist präzise zusammengefasst, was Sarasin inhaltlich wie stilistisch brillant aufarbeitet: Wider das eigene Empfinden stellte Darwin, der Theologe (!), Gott infrage, machte damit erst Nietzsche (einen eifrigen Leser Darwins) und in weiterer Konsequenz Foucault möglich, ja begründete eine gesamte Linie der Moderne. Sarasin liest Darwins Texte von Foucault her – und umgekehrt, legt schließlich sogar ein ganz grundsätzliches Buch über die Wissenschaft(sgeschichte) und den Erkenntnisprozess vor. Damit beweist er auch eine Kunst, die nur wenigen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern eigen ist, nämlich ein anspruchsvolles Thema lesbar aufzubereiten, sodass man weder Spezialist bezüglich Darwin noch hinsichtlich Foucault sein muss, um aus diesem Buch großen intellektuellen Gewinn zu ziehen.
Tamara Ehs (TE)
Dr. phil., Politikwissenschaftlerin am IWK Wien und Lehrbeauftragte an der Universität Salzburg (http://homepage.univie.ac.at/tamara.ehs/)
Rubrizierung: 5.425.46 Empfohlene Zitierweise: Tamara Ehs, Rezension zu: Philipp Sarasin: Darwin und Foucault. Frankfurt a. M.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31113-darwin-und-foucault_36993, veröffentlicht am 26.08.2009. Buch-Nr.: 36993 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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