/ 05.06.2013
Ervin Laszlo
Das dritte Jahrtausend. Zukunftsvisionen. Mit einem Vorwort von Peter Ustinov und einem Nachwort von Arthur C. Clarke. Aus dem Englischen von Mechthild Kühling
Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998; 199 S.; 14,80 DM; ISBN 3-518-39471-1Angesichts der gestiegenen Informationsmenge und der Globalisierung liegen nach Laszlo Jahrzehnte vor uns, die sich von der Neuzeit unterscheiden werden, wie diese sich vom Mittelalter unterschieden habe. Laszlo - Mitglied des Club of Rome sowie des Club of Budapest - will neue Denk- und Handlungsweisen skizzieren und so dazu beitragen, ein völlig anderes Bewußtsein zu entwickeln. Der Club of Budapest besteht seit 1993 und setzt sich aus einer Gruppe prominenter Politiker, Künstler, Geistlicher und Denker wie Václav Havel, Peter Ustinov, dem Dalai Lama oder Richard von Weizsäcker zusammen. Man will mit Hilfe von charismatischen Persönlichkeiten – so Thomas Druyen, Präsident des Club of Budapest Deutschland e. V. - "nach Lösungsmöglichkeiten für eine Zukunft der Kultur suchen und gleichzeitig diesen Dialog in alle Bereiche der Gesellschaft vermitteln" (193).
Laszlos Ausführungen sind engagiert geschrieben und interessant zu lesen; allerdings mangelt es ihnen oft an konkret faßbaren Vorschlägen. Er formuliert verschiedene allgemeine Imperative, für den einzelnen (verantwortlich leben), für die Geschäftswelt (verantwortungsbewußte Unternehmenskultur), für die Gesellschaft (Umweltbewußtsein) und für alle Völker (kooperatives Miteinander). Auf politischer Ebene beklagt der Autor die räumliche und zeitliche Kurzsichtigkeit der Politik generell, die durch das bloße Machtstreben der Politiker bedingt sei. Befürwortet wird die Verlagerung politischer Kompetenzen auf die inter- bzw. supranationale Ebene. Die Regierungen müßten bereit sein, "ihre Macht teilweise auf Entscheidungsgremien auf länderübergreifender oder globaler Ebene zu übertragen" (88). Laszlos Ausführungen münden in ein Plädoyer für die "Evolution unseres Bewußtseins" (132), für die Stärkung und Förderung kreativer Kräfte im Menschen – auch durch Gebet und Meditation (134) -, um die technologische und soziale Entwicklung konstruktiv vorantreiben zu können.
Aus dem Inhalt: I. Der Weg unter unseren Füßen: 1. Wo stehen wir – wohin gehen wir?; 2. Können wir die Richtung ändern? II. Die neuen Imperative: 3. Ein neuer Imperativ für den einzelnen: Global denken, verantwortlich leben; 5. Ein neuer Imperativ für die Politik: Setze hohe politische Ziele. III. Kreative Wege der menschlichen Evolution: 8. Eine neue Vision für unsere Zeit; 9. Das Ziel: die bewußte Evolution; 10. Der Weg: die Evolution unseres Bewußtseins.
Stefan Lembke (SL)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.2 | 2.26
Empfohlene Zitierweise: Stefan Lembke, Rezension zu: Ervin Laszlo: Das dritte Jahrtausend. Frankfurt a. M.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6693-das-dritte-jahrtausend_9025, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9025
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M. A., Politikwissenschaftler.
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