/ 11.06.2013
Elsa Bernstein
Das Leben als Drama. Erinnerungen an Theresienstadt. Hrsg. von Rita Bake und Birgit Kiupel
Dortmund: edition ebersbach 1999; 190 S.; 28,- DM; ISBN 3-931782-54-9Die in Wien geborene Autorin (1866-1949), Tochter des jüdischen Dirigenten, Musikschriftstellers und Wagner-Mitarbeiters Heinrich Porges, mußte ihre Theaterkarriere wegen eines Augenleidens aufgeben. Mit ihrem Ehemann, dem Rechtsanwalt und Kritiker Max Bernstein, führte sie in München einen literarischen Salon mit so illustren Gästen wie Hugo von Hofmannsthal, Ludwig Thoma, Thomas Mann, Theodor Fontane, Gerhart Hauptmann, Ricarda Huch und Rainer Maria Rilke. Unter dem männlichen Pseudonym Ernst Rosmer publizierte sie Theaterstücke und Dramen – das bekannteste darunter das Märchen "Königskinder", welches von Ernst Humperdinck vertont und in der Opernfassung in der Metropolitan Opera in New York uraufgeführt wurde. Ungeachtet ihres einflußreichen Freundeskreises und der Protektion der Wagner-Familie in Bayreuth wurde Bernstein im Jahre 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie aufgrund ihrer literarischen Verdienste gesondert und bevorzugt im sogenannten "Prominentenhaus" untergebracht wurde. Nach ihrer Befreiung aus dem Konzentrationslager schrieb die bereits in den 20er Jahre nahezu vollständig erblindete Bernstein ihre Erinnerungen an ihr Leben im Prominentenhaus in Theresienstadt auf einer Blindenschreibmaschine nieder.
Julia Schmidt-Häuer (JSH)
Dr., Referentin im wissenschaftlichen Dienst der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Bremen.
Rubrizierung: 2.312
Empfohlene Zitierweise: Julia Schmidt-Häuer, Rezension zu: Elsa Bernstein: Das Leben als Drama. Dortmund: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10728-das-leben-als-drama_12684, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12684
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Dr., Referentin im wissenschaftlichen Dienst der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Bremen.
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