Skip to main content
/ 19.06.2013
Frank Brunssen

Das neue Selbstverständnis der Berliner Republik

Würzburg: Königshausen & Neumann 2005; 169 S.; brosch., 19,80 €; ISBN 3-8260-3003-6
Die deutsche Einigung hat – entgegen der anfänglichen Wahrnehmung vieler Westdeutscher – nicht einfach die alte Bundesrepublik um die Gebiete der neuen Bundesländer erweitert. Der Umbruch 1989/90 und die sich daran anschließenden Prozesse haben die politische Kultur des vereinigten Deutschlands an markanten Punkten geprägt und gewiss auch verändert. Neben der Entscheidung über die Hauptstadt zählen dazu sicher – angesichts der Unterschiedlichkeit der Lebensverhältnisse - die Frage der inneren Einheit und Versuche einer Neudeutung der jüngeren deutschen Geschichte, die eine Relativierung der nationalsozialistischen Vergangenheit bedeuten könnten. Anhand dieser thematischen Gesichtspunkte will der Autor diskutieren, „wie die Deutschen sich selbst seit der Zeitenwende von 1989/90 sehen und wie sie von außen gesehen werden wollen“ (10). Ausdrücklich betont Brunssen, dass es ihm nicht um eine neuerliche Erörterung des problematischen Konzeptes der nationalen Identität geht, sondern – jenseits essenzialistischer Vorannahmen - um die empirische, also wandelbare Ausprägung des Selbstverständnisses der Deutschen. Der Text wendet sich nicht nur an eine akademische Leserschaft; das erste und letzte Kapitel sind bereits 1999 beziehungsweise 2001 in „Aus Politik und Zeitgeschichte“ publiziert worden.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.3152.3142.35 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Frank Brunssen: Das neue Selbstverständnis der Berliner Republik Würzburg: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21472-das-neue-selbstverstaendnis-der-berliner-republik_27279, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 27279 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA