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/ 18.06.2013
Diana Schulle

Das Reichssippenamt. Eine Institution nationalsozialistischer Rassenpolitik

Berlin: Logos Verlag 2001; 416 S.; 40,50 €; ISBN 3-89722-672-3
Diss. Greifswald; Gutachter: Th. Stamm-Kuhlmann, M. Onnasch. - Die Autorin legt ihre Arbeit über das lange Zeit in der NS-Forschung vernachlässigte Reichssippenamt und seine Vorgängerinstitutionen als einen Forschungsbeitrag zum „Verhältnis zwischen Rassenpolitik, rassenpolitischer Wissenschaft und rassenpolitischen Führungsansprüchen" (9) im NS-Staat an. Schulle veranschaulicht die hochgesteckten Ambitionen des Amtes und seiner Führungspersonen, die u. a. die gesamte deutsche Bevölkerung in einer „Reichssippenkartei" zu erfassen suchten und den Umbau des Standesamts- in ein „Sippenamtswesen" betrieben. Die Feststellung des „rassischen Status" in Zweifelsfällen war nur eine Aufgabe des Amtes, die allerdings in der Praxis einen Hauptteil seiner Arbeit ausmachte. Die Abhandlung zeichnet den institutionellen Werdegang vom „Archiv für berufsständische Rassenstatistik" Ende der 20er-Jahre bis zur Auflösung des Reichssippenamtes bei Kriegsende umfassend nach. Die Entnazifizierung und gesellschaftliche Wiedereingliederung von ehemaligen Angehörigen des Amtes, Genealogen und Standesbeamten werden hingegen weitgehend ausgespart.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Diana Schulle: Das Reichssippenamt. Berlin: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20232-das-reichssippenamt_23574, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23574 Rezension drucken
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