/ 20.06.2013
Adam-Christian Kowalik
Das Verhältnis von Staat und Wirtschaft bei Friedrich August von Hayek. Am Beispiel von Privatisierung und Deregulierung. (Hayeks politische Kosmologie des 20. Jh.)
Aachen: Shaker Verlag 2004 (Berichte aus der Philosophie); VII, 265, XXXVI S.; 45,80 €; ISBN 3-8322-2816-0Diss. Murcia. – In seiner philosophisch orientierten Arbeit unterzieht Kowalik die soziologischen und politologischen Grundkategorien, die von Hayek verwendete, einer Begriffsanalyse. Den hermeneutischen Zugang begründet der Autor mit der thematischen Vielfalt von Hayeks, dessen Schriften zahlreiche Disziplinen beeinflussten. Zudem erlaubt diese Perspektive die Überprüfung der logischen Konsistenz seiner zentralen Annahmen, wobei Dreh- und Angelpunkt die Charakterisierung seines Menschenbildes ist. Obwohl von Hayek zunächst die Tradition und Religion hervorhebt und nicht nur als Rationalist interpretiert werden kann, verengt er selbst diese Diagnose, indem er ausschließlich ökonomisch orientiert danach fragt, wie ein effizientes Leben möglich sei. Insofern ist von Hayeks Freiheitsbegriff selbst rationalistisch, da sonst auch seine Orientierung am Kosten-Nutzen-Kalkül unverständlich bliebe. Diese Doppeldeutigkeit ist jedoch notwendig, denn nur so kann von Hayek auf die Bedrohung der spontanen Ordnung durch Anarchie einerseits und kommunistische Staatswirtschaft andererseits hinweisen.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.46 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Adam-Christian Kowalik: Das Verhältnis von Staat und Wirtschaft bei Friedrich August von Hayek. Aachen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25220-das-verhaeltnis-von-staat-und-wirtschaft-bei-friedrich-august-von-hayek_29203, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29203
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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