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/ 22.06.2013
Jaqueline Boysen

Das "weiße Haus" in Ost-Berlin. Die ständige Vertretung der Bundesrepublik bei der DDR

Berlin: Ch. Links Verlag 2010; 336 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 978-3-86153-556-0
Diss. Rostock; Gutachter: W. D. Gruner, N. Werz, M. Gehler. – Die Autorin untersucht die Rolle der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR und fragt, inwieweit sie für humanitäre Hilfe sorgen und ob sie eine Rolle im Prozess der Wiedervereinigung spielen konnte. Auf der Grundlage einer gründlichen Recherche protokolliert Boysen vor allem die „Machtlosigkeit“ (9) einer Institution, die nicht einmal – schon gar nicht während der Verhandlungen – ordentlich über den Kredit informiert wurde, den Strauß der DDR verschaffte. Aufgabe der Ständigen Vertretung war, sich praktisch für die Bürger einzusetzen, ohne eine eigene Politik zu betreiben. Es blieb nicht einmal der Spielraum, sich für die Opposition in der DDR auch nur zu interessieren – und so ist es wenig verwunderlich, dass die Ständige Vertretung nach der Maueröffnung völlig bedeutungslos wurde. Obwohl die Autorin das Thema gründlich durchgearbeitet hat, kann sie keine neuen Erkenntnisse bieten – 2009 veröffentlichte der langjährige Leiter der Ständigen Vertretung, Hans Otto Bräutigam, seine Erinnerungen (siehe ZPol-Nr. 36498), in denen er bereits die Arbeit der Vertretung sowie deren Vorgaben und Selbstverständnis beschrieb.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3132.314 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Jaqueline Boysen: Das "weiße Haus" in Ost-Berlin. Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31942-das-weisse-haus-in-ost-berlin_38092, veröffentlicht am 16.03.2010. Buch-Nr.: 38092 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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