/ 17.06.2013
Horst Möller / Manfred Kittel (Hrsg.)
Demokratie in Deutschland und Frankreich 1918-1933/40. Beiträge zu einem historischen Vergleich
München: R. Oldenbourg Verlag 2002 (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 59); XX, 322 S.; 49,80 €; ISBN 3-486-56587-7Die Zwischenkriegszeit war in den meisten Demokratien durch das Erstarken antidemokratischer Kräfte gekennzeichnet. Im Gegensatz zur Weimarer Republik brach die Dritte Französische Republik aber nicht unter dem Ansturm dieser Kräfte ein, sondern erlag erst der militärischen Niederlage von 1940. Ein internationales Kolloquium, vom Institut für Zeitgeschichte 1988 in München veranstaltet, debattiert die Frage: "In welcher Weise haben Spezifika des deutschen und französischen Parlamentarismus, der nationalen Parteiensysteme oder der politischen Mentalitäten stabilisierend bzw. destabilisierend auf die Weimarer Republik und die Dritte Französische Republik gewirkt? Welche Rolle spielten die politischen Traditionen beider Staaten für deren Krisenexistenz bzw. -anfälligkeit in der Zwischenkriegszeit? Welche Bedeutung kam dabei den religiösen Strukturen Deutschlands und Frankreichs in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft noch zu? Wo lagen die Analogien und wo die charakteristischen Unterschiede in den Kontexten, im Verlauf und in den Dimensionen des Krisenprozesses?" (VII)
Inhalt: Horst Möller: Lassen sich die deutsche und die französische Demokratie nach dem ersten Weltkrieg vergleichen? Methodische Überlegung (1-9); Andreas Wilkens: Das ausgebliebene Wachstum. Zur demographischen und wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und Frankreich 1918-1939 (11-30). I. Religion, Ideologien, politischer Extremismus: Manfred Kittel: Die "deux France" und der deutsche Bikonfessionalismus im Vergleich (33-55); Cornelia Rauh-Kühne: Nationalsozialismus und Kommunismus auf dem katholischen Land (57-69); Jean-Marie Mayeur: Les catholiques français face au défi de l'extrémisme politique (71-77); Richard Millmann: Les ligues et la République dans les années trente (79-89); Klaus-Jürgen Müller: "Faschismus" in Frankreichs Dritter Republik? Zum Problem der Überlebensfähigkeit der französischen Demokratie zwischen den Weltkriegen (91-130); Andreas Wirsching: Politische Gewalt in der Krise der Demokratie im Deutschland und Frankreich der Zwischenkriegszeit (131-150). II. Systemstabilisierung aus der politischen Mitte? Ludwig Richter: SPD, DVP und die Problematik der Großen Koalition (153-181); Daniela Neri: Die Bündnisfähigkeit von SFIO und Parti radical - ein systemstabilisierender Faktor in der späten Dritten Republik? (183-201); Rosemonde Sanson: Les relations entre l'Alliance démocratique et le parti radical pendant l'entre-deux-guerres, ou l'existence d'un centre (203-218); Stefan Grüner: Zwischen Einheitssehnsucht und pluralistischer Massendemokratie. Zum Parteien- und Demokratieverständnis im deutschen und französischen Liberalismus der Zwischenkriegszeit (219-249). III. Parlament und Regierung: Nicolas Roussellier: Gouvernement et parlement en France dans l'entre-deux-guerres (253-267); Wilhelm Mößle: Die Verordnungsermächtigung der Weimarer Republik (269-282); Thomas Raithel: Parlamentarisches System in der Weimarer Republik und in der Dritten Französischen Republik 1919-1933/40. Ein funktionaler Vergleich (283-314).
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.311 | 2.61 | 2.312
Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Horst Möller / Manfred Kittel (Hrsg.): Demokratie in Deutschland und Frankreich 1918-1933/40. München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15936-demokratie-in-deutschland-und-frankreich-1918-193340_18224, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18224
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
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