/ 21.06.2013
Julian Nida-Rümelin
Demokratie und Wahrheit
München: C. H. Beck 2006; 160 S.; geb., 18,90 €; ISBN 978-3-406-54985-4Nur wenige derjenigen, die Politische Theorie in der Lehre vertreten, können wie Nida-Rümelin – Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder – auf dezidierte Binnenkenntnisse des politischen Systems zurückgreifen. Auf überzeugende Weise bindet der Autor seine politischen Erfahrungen in ein engagiertes Plädoyer für ein normatives Verständnis von Demokratie ein. Die tatsächliche Praxis von Demokratie ist deliberativ – und dies obschon die Realität des Politischen vielfach von strategischen und inszenatorischen Handlungsweisen überlagert ist. Nida-Rümelin verteidigt sein Credo, das Überlegungen des späten Wittgenstein aufgreift, in vier Schritten: 1. Politische Vernunft macht von wissenschaftlicher Rationalität Gebrauch, ohne in ihr aufzugehen. 2. Demokratie beruht auf einem ethischen Fundament, das Universalität und Partikularität ausbalanciert. 3. Die ethische Begründung politischer Urteile kann sich auf moralische Intuitionen berufen, die in unserer Lebenswelt verankert sind. 4. In Demokratien kann Gleichheit denselben intrinsischen Wert beanspruchen wie Freiheit. Der Text beruht auf zum Teil überarbeiteten Abhandlungen und Vorträgen des Autors aus den letzten drei Jahren.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.42 | 5.41
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Julian Nida-Rümelin: Demokratie und Wahrheit München: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26474-demokratie-und-wahrheit_30856, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30856
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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