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/ 18.06.2013
Rudolf Weinmann

Denken und Gesellschaft Chinas im philosophischen und politischen Diskurs der französischen Aufklärung. Le Sage chinois au pays de lumières

Hamburg: Verlag Dr. Kovač 2002 (Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit 25); 337 S.; geb., 94,- €; ISBN 3-8300-0620-9
Diss. Berlin; Gutachter: E. von Mende, W. Demel. - China spielte im Denken der französischen Aufklärer eine wichtige Rolle. Dabei waren die Vorstellungen von diesem Land wesentlich durch die von Jesuiten übermittelten China-Bilder geprägt. Die Arbeit zeichnet zunächst diese China-Bilder nach und zeigt dann, wie sich deren Interpretation durch die Aneignung der Aufklärer neu akzentuierte und insbesondere säkularisierte. Dabei hatte der Bezug auf China eine doppelte Funktion für die französischen Autoren, so ein Ergebnis der Arbeit: Als teilweise fiktives, exotisches Bild einer anderen, fremden Kultur war es Projektionsfläche für deren Sehnsüchte und zugleich hatte dieses Bild Modellfunktion für ihre politisch-gesellschaftlichen Ideen und Vorstellungen, weil es immer auch Bezüge auf real existierende Phänomene enthielt. Inhaltsübersicht: 2. Die Chinamission: Grundlagen des Chinabildes der Aufklärung: 2.1 Die "Akkomodations-"Strategie der Jesuiten; 2.2 Die Rezeption des Konfuzianismus durch die Jesuiten; 2.3 Die Rezeption der chinesischen Chronologie und Geschichte; 2.4 Der Ritenstreit in seiner Bedeutung für die Mission und das Chinabild. 3. Aufklärung und Konfuzianismus: Religion und Moral: 3.1 Das jesuitische Bild des Konfuzianismus und seine Rezeption in der Aufklärung; 3.2 Libertins und Frühaufklärung: Atheismus und Toleranz; 3.3 Voltaire: Deismus und konfuzianische Moral; 3.4 Andere Aufklärer. 4. Politik und Gesellschaft: 4.1 Das politische Chinabild: Voraussetzungen; 4.2 Montesquieu: Der Despotismus des bâton; 4.3 Voltaire: China als Realutopie des Aufgeklärten Absolutismus; 4.4 Die Physiokraten: der despotisme naturel als Rahmen für das ökonomische Modell; 4.5 Andere Aufklärer. 5. Chronologie und Geschichte: 5.1 Chronologie; 5.2 Die Integration Chinas in Universalgeschichte und Geschichtsphilosophie.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.322.685.33 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Rudolf Weinmann: Denken und Gesellschaft Chinas im philosophischen und politischen Diskurs der französischen Aufklärung. Hamburg: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19019-denken-und-gesellschaft-chinas-im-philosophischen-und-politischen-diskurs-der-franzoesischen-aufklaerung_22081, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22081 Rezension drucken
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