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/ 05.06.2013
Hans-Jörg Koch

Der 9. November in der deutschen Geschichte. 1918-1923 - 1938-1989

Freiburg i. Br.: Rombach Verlag 1998 (Rombach Wissenschaften); 204 S.; pb., 39,80 DM; ISBN 3-7930-9179-1
Der Autor bemüht sich, dem Schicksalsdatum deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert in vier Kapiteln in überwiegend erzählender Manier nachzugehen. Für jedes Datum wird zunächst die Vorgeschichte dargestellt, dann die Ereignisse im unmittelbaren Umfeld des jeweiligen 9. November und um den 9. November herum, um dann abschließend die Folgen für den weiteren Verlauf der Geschichte darzulegen. Dies alles ist mit zahlreichen, zum Teil recht ausführlich wiedergegebenen Quellen und mit einigen Bildern untermauert. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse bietet Koch nicht, will es nach dem Anspruch des Buches wohl auch nicht. Das hindert Koch jedoch nicht an manchmal etwas banal klingenden Folgerungen aus seinen Überlegungen ("Vielerorts gibt es noch immer Rassenverfolgungen, finden täglich Kriege zwischen Menschen statt." [121]), sowie an betulichen Schilderungen: "Was blieb da dem einst so Mächtigen auch anderes übrig als sein Schicksal mit der ihm gewohnten Art zu beurteilen" (180) beginnt ein Satz über die Gerichtsverhandlung gegen Honecker. Weiterführende Exkurse ("Zur Geschichte des Antisemitismus" [83 ff.]) sind zu pauschal, um dem wissenschaftlichen Leser nützlich zu sein. Gleichwohl, historisch interessierte Schüler und Laien werden dem Werk (vor allem wegen seines Quellenreichtums) etwas entnehmen können.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.31 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Hans-Jörg Koch: Der 9. November in der deutschen Geschichte. Freiburg i. Br.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6950-der-9-november-in-der-deutschen-geschichte_9310, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9310 Rezension drucken
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