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/ 12.06.2013
Fareed Zakaria

Der Aufstieg der Anderen. Das postamerikanische Zeitalter. Aus dem Amerikanischen von Thorsten Schmidt

Berlin: Siedler Verlag 2008; 304 S.; Ln., 23,60 €; ISBN 978-3-88680-917-2
„Dieses Buch handelt nicht vom Niedergang Amerikas, sondern vom Aufstieg der Anderen.“ (29) Zakaria postuliert, dass das globale System durch den Aufstieg der „Anderen“ massiv verändert wurde, und dass Amerika seine Rolle in der Weltpolitik deshalb ebenfalls neu definieren muss. Die „Anderen“ sind hauptsächlich China und Indien, denen er für die zukünftige globale Entwicklung Schlüsselrollen zuweist. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme der aktuellen Weltordnung zeichnet Zakaria den Aufstieg des Westens seit circa dem 16. Jahrhundert nach und untersucht das Ursachenbündel, das zur Vormachtstellung insbesondere der USA im 20. Jahrhundert geführt hat. Danach geht er in jeweils einem Kapitel auf die jüngsten Entwicklungen in China und Indien sowie auf deren Auswirkungen auf globaler Ebene ein. Zakaria legt besonderen Wert auf die jeweiligen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und bewahrt dabei einen realistischen Blick: „Die Realität in einer globalisierten Welt zwingt Amerika und China in ein Bündnis, das aus rein geopolitischen Erwägungen niemals gutgeheißen würde.“ (156) In Bezug auf Indien argumentiert Zakaria, dass das demokratische, aber schwache politische System mit für den Rückstand in der wirtschaftlichen Entwicklung verantwortlich ist. Abschließend skizziert er sechs „einfache Richtlinien“, wie sich Amerika im postamerikanischen Zeitalter verhalten sollte. Die Studie ist sehr anregend in Bezug auf die Analyse der sich verändernden globalen Machgewichte, auch wenn die vertretenen Thesen nicht wirklich originell sind. Weiterhin ist Zakaria hoch anzurechnen, dass er zwar auf den Terrorismus als globale Bedrohung verweist, jedoch weit von einer Dramatisierung entfernt ist. Seine Argumentation ist teilweise etwas holzschnittartig, auch die Auswahl der genutzten Statistiken wirkt gelegentlich etwas willkürlich. Gleichwohl entsteht ein facettenreiches Bild der „Anderen“, die auch in Zukunft globale Bedeutung haben werden.
Matthias Seifert (MSE)
Politikwissenschaftler, Lehrer für Gemeinschaftskunde und Englisch, Gymnasium Englisches Institut Heidelberg.
Rubrizierung: 4.14.222.642.68 Empfohlene Zitierweise: Matthias Seifert, Rezension zu: Fareed Zakaria: Der Aufstieg der Anderen. Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14431-der-aufstieg-der-anderen_36314, veröffentlicht am 03.06.2009. Buch-Nr.: 36314 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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