/ 11.06.2013
Hans Erler / Ansgar Koschel (Hrsg.)
Der Dialog zwischen Juden und Christen. Versuche des Gesprächs nach Auschwitz
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 1999; 360 S.; kart., 68,- DM; ISBN 3-593-36346-1Der Band vereinigt sowohl biographische Zeugnisse als auch wissenschaftliche und politische Essays jüdischer und christlicher Autoren. "Die Versachlichung der Beziehungen zwischen Juden und Christen vermag zur Zusammenarbeit zu führen: in der gemeinsamen Erarbeitung der gegenseitigen geschichtlichen, theologischen und gesellschaftlichen Dimensionen, im gemeinsamen unverbrüchlichen Zusammenwirken für den pluralen, demokratischen Rechts-, Verfassungs- und Parteienstaat, der als politische 'Veranstaltung' in seiner reinsten Form durch das gekennzeichnet ist, was Hannah Arendt als die Schranken, die Einfriedung oder die Bedingung der Möglichkeit des Politischen überhaupt bezeichnete: 'Verzeihen' und 'Versprechen'" (10 f.).
Inhalt: I. Vernichtung des europäischen Judentums – Deutsche und Juden im 20. Jahrhundert: Ernst Ludwig Ehrlich: Christen und Juden heute – Notwendigkeiten und Schwierigkeiten im Dialog (15-27); Christoph Münz: "Auschwitz ist nicht zu verstehen". Zur These von der Unverstehbarkeit des Holocaust (28-39); Rita Süssmuth: Vernichtung des Judentums und Neuanfang (40-47); Johannes Rau: Mich erinnern, Dich erkennen, Uns erleben (48-55). II. Die Zukunft der jüdischen Gemeinden in Deutschland: Andreas Nachama: "Eine jüdische Gemeinde in Deutschland wird immer eine politische sein" (59-63); Irina Knochenhauer: Jüdische Identität und jüdische Gemeinde (64-71). III. Ist der Dialog zwischen Juden und Christen möglich?: Henry G. Brandt: Ist der Dialog wirklich schon ein Dialog? (75-79); Joel Berger: Zum Stand des christlich-jüdischen Gesprächs heute – Thesen und Klarstellungen (80-88); Sara-Ruth Schumann: "Der Dialog zwischen Juden und Christen wird schwierig bleiben" (89-94); Margarita Voloj Dessauer: "Das Christentum wäre nichts ohne das Judentum" (95-97); Julian Voloj: Über die Bedeutung von Heimat, Worten und Erinnerung (98-103); Michel Friedman: Es geht um die Identitätsbestimmung der Republik für die nächsten Jahrzehnte (104-112). IV. Christliche Kirchen und Antisemitismus: Olaf Blaschke: Das "Pianische Jahrhundert" als Blütezeit des Katholischen Antisemitismus (1846-1945) und die Blüten katholischer Apologetik heute (115-126); Günther van Norden: Protestantismus im Nationalsozialismus (127-139); Ulrich Schwemer: Die Kirchen nach dem Holocaust: Ein neues "Erhabenheitsgefühl" und das "große Schweigen" (140-150); Ansgar Koschel: Protestantische und Katholische Stellungnahmen (151-169). V. Die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit: Josef Foschepoth: Vor 50 Jahren: Die Gründung der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (173-183); Eva Schulz-Jander: Der Deutsche Koordinierungsrat und die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (184-195); Ansgar Koschel: Gegen Intoleranz und Fanatismus: Die neue Präambel der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (196-213); Ines Henn: Zusammensein statt Ausgrenzen (214-217); Friedhelm Pieper: Christlich-Jüdischer Dialog im internationalen Kontext (218-233); Berndt Schaller: Zukünftige Aufgaben der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (234-244). VI. Christlich-Jüdischer oder Jüdisch-Christlicher Dialog. Die Zukunft einer Selbstverständigung: Yizhak Ahren / Abraham Ehrlich / Alfons Höfer / Marten Marquardt: Christliche und jüdische Standpunkte. Bericht über eine Veranstaltungsreihe zum jüdisch-christlichen Gespräch in Köln (247-273); Johannes Brosseder: Jüdisch-christliches oder christlich-jüdisches Gespräch? (274-285); Martin Stöhr: Christus nachfolgen ohne Israel zu demütigen (286-294); Micha Brumlik: Christlich-jüdischer Dialog und systematische Theologie – eine Problemanzeige (295-300); Richard Chaim Schneider: "Judentum ist extremes Bewußtsein" (301-304); Leonore Siegele-Wenschkewitz: Frauen und Ethik – Die Diskussion um Rassismus, Antisemitismus und Sexismus im jüdisch-christlichen Gespräch von Frauen (305-321); Eveline Goodman-Thau: Von Selbstverständigung zu Selbstverständlichkeit – Die Zukunft einer Illusion? (322-332). VII. Ausblick: Niels Hansen: Eine unvergleichbare geschichtliche Herausforderung – Die deutsche Politik gegenüber dem Staat Israel (335-345); Hans Erler: Statt eines Nachworts: Philosophischer Antijudaismus – Hegel (346-354).
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 2.35 | 2.312
Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Hans Erler / Ansgar Koschel (Hrsg.): Der Dialog zwischen Juden und Christen. Frankfurt a. M./New York: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10469-der-dialog-zwischen-juden-und-christen_12382, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12382
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Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
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