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/ 21.06.2013
Roland Galle

Der Existenzialismus. Eine Einführung

München: Wilhelm Fink Verlag 2009 (Uni-Taschenbücher 3188 [ISBN: 978-3-8252-3188-0]); 174 S.; 12,90 €; ISBN 978-3-7705-4693-0
Politikwissenschaftlich leider völlig irrelevant, gibt Galle in seiner Einführung einen sehr guten Einblick in die Philosophie des Existentialismus. Anhand der prägendsten Autoren Sartre und Camus führt er in die zentralen Annahmen und Denkmuster dieser philosophischen Strömung ein. Zunächst verortet er den Existentialismus im Spannungsfeld zwischen Moderne und Postmoderne, bevor er detaillierter die Grundannahmen aufarbeitet. Hierbei stellt er insbesondere „Das Sein und das Nichts“ von Sartre und Camus‘ „Der Mythos von Sisyphos“ in den Mittelpunkt seiner Darstellung. Ausreichend detailliert wird auf einzelne Aspekte und Motive eingegangen, bei Sartre sind dies im Speziellen der Blick und das Erkennen des Anderen, sowie die Scham und die Liebe. Galle postuliert, dass es seit der französischen Aufklärung keine Epoche mehr gegeben hat, […] die Literatur und Philosophie so eng zusammengeführt hätte, wie dies der Existentialismus getan hat“ (13). Deshalb untersucht er im zweiten Teil des Bandes bedeutende literarische Werke (u. a. Sartres „Ekel“ und den „Fremden“ von Camus) auf ihre Verbindungen mit den philosophischen Grundannahmen. Diese Analysen bleiben, wie Galle selbst anmerkt, teilweise leider etwas oberflächlich, dennoch bieten sie gute Anhaltspunkte für tiefer gehende Untersuchungen.
Matthias Seifert (MSE)
Politikwissenschaftler, Lehrer für Gemeinschaftskunde und Englisch, Gymnasium Englisches Institut Heidelberg.
Rubrizierung: 5.465.42 Empfohlene Zitierweise: Matthias Seifert, Rezension zu: Roland Galle: Der Existenzialismus. München: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30413-der-existenzialismus_36104, veröffentlicht am 26.08.2009. Buch-Nr.: 36104 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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