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/ 18.06.2013
Ralph Hartmann

Der Fall Miloševic. Ein Lesebuch

Berlin: Karl Dietz Verlag 2002; 256 S.; brosch., 12,80 €; ISBN 3-320-02034-X
Der Autor hat sich bereits in mehreren Veröffentlichungen sehr kritisch mit der deutschen Jugoslawien-Politik und dem NATO-Einsatz gegen Jugoslawien befasst. In diesem Buch druckt er Interviews, Stellungnahmen, Zeitungsartikel und andere Dokumente zum Kriegsverbrecherprozess gegen den ehemaligen jugoslawischen Staatspräsidenten ab. Obwohl durchaus auch Interviews mit Befürwortern des Tribunals darunter sind, wird die scharfe Ablehnung durch Hartmann von Anfang an deutlich. Miloševic wird von ihm in einem sehr positiven Licht dargestellt. Alle Vorwürfe gegen ihn klingen bei Hartmann wie Beleidigungen eines aufrechten Kämpfers für die serbische Freiheit. Der Gipfel wird mit dem Abdruck einer Rede des Vorsitzenden des "Russischen Gesellschaftlichen Komitees zur Verteidigung von Slobodan Miloševic" erreicht. Dort mutiert der gefürchtete Kriegstreiber plötzlich zum "Symbol des Widerstandes" gegen die Globalisierung (246). Wer solche Texte kommentarlos abdruckt, darf sich nicht wundern, wenn sein Buch auf wenig Resonanz stoßen wird.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.12.62 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Ralph Hartmann: Der Fall Miloševic. Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17384-der-fall-miloevic_20016, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20016 Rezension drucken
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