/ 18.06.2013
Wolfgang Zdral
Der finanzierte Aufstieg des Adolf H.
Wien: Ueberreuter 2002; 208 S.; 19,90 €; ISBN 3-8000-3890-0Wie konnte aus der unbedeutenden und armen Splitterpartei NSDAP eine Massenbewegung werden? Wer hat das bezahlt? "Denn", so der Journalist Zdral, "damals wie heute gilt: ohne Geld keine erfolgreiche politische Arbeit" (7). Die Spurensuche nach den Geldgebern ist nicht einfach, da Hitler bis zum Zeitpunkt seiner Machtergreifung ein "gewöhnlicher Steuerhinterzieher" (17) gewesen sei. Wer ihn, persönlich oder über die NSDAP, finanziell unterstützt habe, sei meist überhaupt nicht dokumentiert worden. Hitlers Steuerakte sei im März 1935 außerdem auf politischen Druck für immer geschlossen worden. Dass es aber einzelne vermögende Privatleute und Unternehmer gegeben haben muss, die Hitler und seine Partei schon in den Zwanzigerjahren unterstützt haben, steht für Zdral außer Frage. Die NSDAP-Mitglieder hätten ihre Beiträge so schleppend bezahlt, dass davon keine politische Arbeit habe finanziert werden können. Zdral porträtiert sechs Menschen, die entweder ihr eigenes Vermögen in die NSDAP investierten oder Hitler die Tür zu Geldgebern öffneten. Zugleich leuchtet Zdral damit auch anschaulich das fragwürdige soziale Umfeld Hitlers besonders vor 1933 aus.
Inhalt: Dietrich Eckart: Der Poet; Max Erwin von Scheubner-Richter: Der Zarenfreund; Kurt Lüdecke: Der Playboy; Emil Kirdorf: Der Strippenzieher; Fritz Thyssen: Der Großunternehmer; Hjalmar Schacht: Der Technokrat.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.312
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Wolfgang Zdral: Der finanzierte Aufstieg des Adolf H. Wien: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17558-der-finanzierte-aufstieg-des-adolf-h_20224, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20224
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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