/ 20.06.2013
Jean-Jacques Rousseau
Der Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechts. Hrsg. und eingeleitet von Peter Godman. In der Übersetzung von Ulrich Bossier
Wiesbaden: marixverlag 2006 (Die Bibliothek der verbotenen Bücher); 256 S.; geb., 15,- €; ISBN 3-86539-082-XGodman, in Rom Professor für lateinische Philologie des Mittelalters und Geistesgeschichte, stellt dieser Ausgabe des „Gesellschaftsvertrages“ eine zeitgeschichtliche Einordnung der Arbeiten von Rousseau aus einem spezifischen kirchenpolitischen Blickwinkel voran. Möglich ist dies, weil die Inquisitionsbehörde des Vatikans 1998 ihr Archiv öffnete und damit den Blick auf die bisher unbekannten Kontroversen freigab, die im Vatikan zur Zeit der Aufklärung herrschten. Diese Kontroversen gehören zum historischen Hintergrund der Entscheidung, mit der die Katholische Kirche den „Gesellschaftsvertrag“ schließlich per Dekret verbot. Godman schreibt, dass die Angehörigen der Kirche keineswegs monolithisch gegen die Aufklärung gewesen seien. Aber mit dem Tod des eher fortschrittlichen Benedikt XIV. hätten die Befürworter der Aufklärung an Rückhalt verloren. Um das Werk Rousseaus 1766 zu verbieten (zusammen mit „Emile“), habe schließlich nur ein einziges, kurzes Gutachten eines Mönches gereicht, der sich erst gar nicht die Mühe gemacht habe, den „Gesellschaftsvertrag“ zu verstehen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Jean-Jacques Rousseau: Der Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechts. Wiesbaden: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25830-der-gesellschaftsvertrag-oder-prinzipien-des-staatsrechts_29989, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29989
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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