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/ 18.06.2013
Walter Schweidler

Der gute Staat. Politische Ethik von Platon bis zur Gegenwart

Stuttgart: Philipp Reclam jun. 2004; 397 S.; 9,80 €; ISBN 3-15-018289-1
Im Streit der „rechten“ und „linken“ politischen Lager im republikanischen Staat gehe es im Kern um den Anspruch, „die Bedingungen seiner legitimen, ethisch gerechtfertigten Existenz zu erschließen“ (11). Ausgehend von dieser These analysiert Schweidler, Philosophie-Professor in Bochum, die Verknüpfung von Ethik und Politik seit der griechischen Antike. Zwar wird Konfuzius in einem Exkurs berücksichtigt. Dennoch bescheinigt Schweidler nur der griechischen Philosophie eine bis in die Gegenwart wirkende Kontinuität. Er beginnt bei Platon und fragt nach der „vernünftigen Begründung moralischer Überzeugungen von dem, was gelingendes menschliches Leben“ (9) ist. Platon habe die Gerechtigkeit als persönliche Tugend richtungsweisend definiert. Schweidler referiert aber nicht nur die hinsichtlich seines Themas wichtigsten Thesen ausgewählter Philosophen. Auch ihre Rezeption wird schlaglichtartig dargestellt, wie Poppers Kritik am platonischen Staat. Herausgearbeitet werden vor allem die philosophischen Überlegungen von unbegrenzter Gültigkeit. Einer Besinnung auf die ethischen Grundlagen des modernen Rechtsstaates schreibt der Autor deshalb eine Bedeutung zu, weil dem politischen Bewusstsein der Bürger eine Dialektik innewohne, die von den Gegenpolen einer „‚wertfreien' Herrschaftswissenschaft“ und der „Ideologisierung der ‚Grundwerte'“ (10) geprägt sei. Diese „parteilichen Positionen“ seien aber „philosophischer Aufklärung“ (362) zugänglich, schreibt Schweidler, und verknüpft im letzten Kapitel „Die Ordnung des Dissens“ diese philosophischen Überlegungen mit den Problemen, die sich aus dem Spannungsverhältnis von Ethik, politischem Lager und Mehrheitsverhältnissen ergeben. Aus dem Inhalt: 1. Zur Stellung von Ethik und Politik innerhalb der Philosophie 2. Platon: Der Staat als Urbild der Seele 3. Aristoteles: Der Bürger als Seele des Staates 4. Konfuzius: Die Rolle der Menschlichkeit 5. Augustinus: Der Staat als Heimstatt zweier Seelen 6. Hobbes: Der Bürger als Produkt des Staates 7. Das legitimatorische Vakuum des modernen Rechtsstaates und seine Kompensation: Locke und Rousseau 8. Kant: Menschheit als Bürgertum 9. Hegel: Bürgertum als Ziel der Geschichte 10. Marxismus: Bürgertum als Klassenstandpunkt 11. Die gesellschaftliche Kompensation: Geschichte als Fortschritt 12. Die ökonomische Kompensation: Geschichte als globale Modernisierung 13. Die gemeinschaftliche Kompensation: Geschichte als Lebenssinn 14. Die Ordnung des Dissens
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.35.44 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Walter Schweidler: Der gute Staat. Stuttgart: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19752-der-gute-staat_22990, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22990 Rezension drucken
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