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/ 21.06.2013
Stefanie Ricarda Roos

Der internationale Menschenrechtsschutz vor entwicklungsbedingten Zwangsumsiedlungen und seine Sicherstellung durch Recht und Praxis der Weltbank

Berlin: Duncker & Humblot 2007 (Schriften zum Völkerrecht 173); 478 S.; 98,- €; ISBN 978-3-428-12494-7
Rechtswiss. Diss. Bonn; Gutachter: R. Dolzer. – Bestimmte Entwicklungsvorhaben wie beispielsweise Landreformprogramme, Bewässerungsprojekte, Vorhaben zur Stadtsanierung oder Maßnahmen zur Rohstoffgewinnung sind häufig mit unfreiwilligen Umsiedlungen verbunden. Die Autorin beziffert die Zahl der hiervon Betroffenen auf etwa 10 Millionen Menschen jährlich, damit sei die „Zahl konfliktbedingter Binnendislokationen bei weitem“ (27) übertroffen. Anders als Flucht und Vertreibung war diese Art der Zwangsumsiedlung kaum Gegenstand völkerrechtlicher Studien, da sie als interne Angelegenheit eines Staates betrachtet wurde. Erst durch die zunehmende Bedeutung von Menschenrechten und die Forderung, Menschenrechte als integralen Bestandteil aller Entwicklungsprozesse anzusehen, wurden „auch entwicklungsbedingte Zwangsumsiedlungen als Angelegenheit des internationalen Menschenrechtsschutz anerkannt.“ (29) Roos unternimmt eine umfassende Analyse und Würdigung der völkerrechtlichen Grundlagen des Menschenrechtsschutzes. Hierfür befragt sie verschiedene infrage kommende Völkerrechtsnormen nach ihrem jeweiligen materiellen Schutzbereich und nach ihren Schranken bei der Rechtsausübung. Geprüft werden Normen des allgemeinen Menschenrechts- sowie des besonderen Minderheitenschutzes. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass eine Reihe von völkerrechtlichen Normen Schutz vor entwicklungsbedingten Zwangsumsiedlungen bieten. Allerdings bestehe keine universelle Kontroll- und Durchsetzungsinstanz und: „Normatives Gebot und Befolgungsbereitschaft fallen hier häufig weit auseinander.“ (390) Vor diesem Hintergrund erörtert Roos abschließend am Beispiel der Weltbank, ob internationale Entwicklungshilfeorganisationen die Sicherung von Menschenrechten gewährleisten können bzw. ob sie einer „Menschenrechtspflichtigkeit“ (395) unterliegen.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.424.34.1 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Stefanie Ricarda Roos: Der internationale Menschenrechtsschutz vor entwicklungsbedingten Zwangsumsiedlungen und seine Sicherstellung durch Recht und Praxis der Weltbank Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29134-der-internationale-menschenrechtsschutz-vor-entwicklungsbedingten-zwangsumsiedlungen-und-seine-sicherstellung-durch-recht-und-praxis-der-weltbank_34430, veröffentlicht am 29.07.2008. Buch-Nr.: 34430 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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