/ 21.06.2013
Walter Pauly (Hrsg.)
Der Staat – eine Hieroglyphe der Vernunft. Staat und Gesellschaft bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009 (Staatsverständnisse 22); 272 S.; brosch., 29,- €; ISBN 978-3-8329-4450-6Die Zäsur, welche die Französische Revolution von 1789 im politischen Denken der Neuzeit bewirkte, lässt sich exemplarisch am Werk Hegels zeigen. Dieses ist von dem Anspruch geprägt, die Aufgabe der Philosophie als Wissenschaft der Erkenntnis und die Begründung einer politischen Ordnung völlig neu zu bestimmen. Philosophie als „Verstehen dessen, was ist“ (113) bildet die Voraussetzung für das Hegel’sche Postulat, die Wirklichkeit als vernünftig zu begreifen. Der Band versammelt Beiträge zum Verständnis der Staats- und Gesellschaftskonzeption Hegels, deren Trennung die Freiheit des Individuums neu begründet. Grundlage bildet die Hegel’sche Rechtsphilosophie, die im ersten Teil untersucht wird. Aufbauend auf Grundbegriffe wie Anerkennung, Freiheit und Geist wird im Beitrag von Thomas Sören Hofmann die verwirklichte Vernunft im Recht postuliert und der Staat als Verwirklichung der sittlichen Idee erfasst. Uwe Volkmann schreibt über die Unterscheidung zwischen Staat und Gesellschaft und die Bestimmung des Verhältnisses von Bürger und Staat als eine Leitidee des politischen Denkens. In diese Tradition ordnet Christoph Binkelmann Hegel dann ein. Daneben werden Hegels Auffassung der Souveränität eines Staates in den internationalen Beziehungen als Kritik an Kant und die Entwicklung der Idee des Nationalstaates vorgestellt. Für Studierende empfiehlt sich im dritten Teil die rezeptionsgeschichtliche Würdigung des Werkes als Orientierungshilfe für die Einordnung des Philosophen. Die Autoren ergründen in übersichtlicher und wissenschaftlich fundierter Form die Grundpositionen des Hegel’schen Staatsverständnisses und bieten eine über den Einstieg in dessen Werk hinausreichende Erläuterung.
Ellen Thümmler (ET)
Dr., Politikwissenschaftlerin, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Politikwissenschaft, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Ellen Thümmler, Rezension zu: Walter Pauly (Hrsg.): Der Staat – eine Hieroglyphe der Vernunft. Baden-Baden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30796-der-staat--eine-hieroglyphe-der-vernunft_36594, veröffentlicht am 23.06.2009.
Buch-Nr.: 36594
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Dr., Politikwissenschaftlerin, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Politikwissenschaft, Technische Universität Chemnitz.
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