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/ 11.06.2013
Konrad Repgen

Der Westfälische Friede. Ereignis, Fest und Erinnerung

Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 1999 (Geisteswissenschaften Vorträge G 358); 39 S.; 18,- DM; ISBN 3-531-07358-3
Deutlich komplexer, als der Sammelbegriff "Westfälischer Friede" suggeriert, war tatsächlich das System der Verträge, mit denen 1648 das Ende des Dreißigjährigen Krieges besiegelt wurde. Der emeritierte Bonner Historiker Repgen bemüht sich in seinem Vortrag, hier Klarheit zu schaffen. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den beiden Verträgen, die Kaiser und Reich mit Schweden und Frankreich schlossen. Die Entstehungsgeschichte des Friedenskongresses, seine Verfahrensweise und Resultate sowie deren Aufnahme durch die Bevölkerung sind die zentralen Gesichtspunkte, unter denen Repgen seinen Gegenstand betrachtet. Den Bezug zur aktuelleren Geschichte stellt der letzte Teil des Vortrags her: Wurde bis zum 19. Jahrhundert der Westfälische Friede als Grundlage einer europäischen Machtbalance befürwortet, so galt er mit dem Erstarken des Nationalgedankens zunehmend als Ursache für die Zerstörung der deutschen Einheit - vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus. Repgen plädiert gegen beide wertenden Tendenzen und für eine Historisierung - schon um der Gefahr zu entgehen, den Anfang der Geschichte von ihrem Ende her erklären zu wollen. Inhaltsübersicht: 1. Die drei westfälischen Friedensverträge von 1648; 2. Der Westfälische Friede als Ereignis und als Fest; 3. Der Westfälische Friede: Erinnerung 1648-1948/98.
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 2.311 Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Konrad Repgen: Der Westfälische Friede. Opladen/Wiesbaden: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11440-der-westfaelische-friede_13572, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 13572 Rezension drucken
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