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/ 18.06.2013
Daniela Rüther

Der Widerstand des 20. Juli auf dem Weg in die Soziale Marktwirtschaft. Die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der bürgerlichen Opposition gegen Hitler. Mit einem Geleitwort von Hans Mommsen

Paderborn u. a.: Ferdinand Schöningh 2002 (Sammlung Schöningh zur Geschichte und Gegenwart); X, 491 S.; geb., 68,- €; ISBN 3-506-77529-4
Diss. Bochum; Gutachter: H. Mommsen, D. Petzina. - Erste Überlegungen zur sozialen Marktwirtschaft seien im Dritten Reich nicht nur im Reichswirtschaftsministerium angestellt worden, schreibt Rüther, sondern auch in der Widerstandsbewegung des 20. Juli 1944. Die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der unterschiedlichen Gruppierungen der Bewegung stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit. Allerdings seien deren Ideen eher rückwärts gewandt gewesen, so die Autorin, zudem habe eine "ausgeprägte Begriffsverwirrung" (449) geherrscht. Ein Ergebnis ihrer Analyse ist, dass die Freiburger Nationalökonomen einen größeren Einfluss auf die verschienenen Entwürfe genommen haben als bisher bekannt. Auch seien sie als übergeordnete Urteilsinstanz akzeptiert worden. Dennoch hätten sich die Ideen der Gruppierungen deutlich voneinander unterschieden, vor allem Goerdeler habe "fast doktrinär an seinen spezifischen, theoriefeindlichen Anschauungen" (462) festgehalten. Inhaltsübersicht: I. Wirtschaftstheoretische Weichenstellungen: 1. Die Wurzeln des wirtschaftspolitischen Programms der Widerstandsbewegung; 2. Die "Theoretiker des Leistungswettbewerbs" zwischen Kooperation und Opposition. II. Die oppositionellen Wirtschaftsplanungen der Freiburger Kreise: 1. Die Gutachten der Arbeitsgemeinschaft Erwin von Beckerarth; 2. Die Freiburger Bonhoeffer-Denkschrift. III. Das wirtschafts- und sozialpolitische Programm der Verschwörung des 20. Juli 1944: 1. Das Thema Wirtschaft im Widerstand: Konflikt und Kooperation; 2. Der Dogmatiker: Carl Friedrich Goerdeler und seine "Naturgesetze der Wirtschaft"; 3. Konsensfindung auf breiter Basis: Der Kreisauer Kreis; 4. Die esoterische Variante: Wirtschaftspolitische Reformpläne aus dem Popitz-Kreis.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Daniela Rüther: Der Widerstand des 20. Juli auf dem Weg in die Soziale Marktwirtschaft. Paderborn u. a.: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17919-der-widerstand-des-20-juli-auf-dem-weg-in-die-soziale-marktwirtschaft_20681, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20681 Rezension drucken
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