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/ 20.06.2013
John Keegan

Der Zweite Weltkrieg. Aus dem Englischen von Hainer Kober

Berlin: Rowohlt 2004; 896 S.; 34,90 €; ISBN 3-87134-511-3
Die Originalausgabe ist zwar schon sechzehn Jahre alt (1989), aber dies ist sicherlich nicht Grund genug, die Schwächen des Buches mit Nachsicht zu bemänteln. Keegan fokussiert seine Gesamtdarstellung des Zweiten Weltkrieges auf die militärischen Ereignisse und die entsprechenden strategisch-operativen Zusammenhänge. Dies ist eine wichtige Schwerpunktbildung, jedoch nur, wenn sie auch in die politischen Rahmenbedingungen eingefasst wird. Daran mangelt es dieser Darstellung allerdings erheblich. So stellt sich Keegans Geschichte des Krieges dem Leser als eine Abfolge von Offensiven, Defensiven, misslungenen Operationen und militärischen Glanzleistungen dar, geordnet nach Feldzügen, kategorisiert in Kriegsschauplätze. Die Klammer der Darstellung bildet nicht die Erklärung, weshalb es diesen Krieg überhaupt gab, und warum er so und nicht anders geführt wurde. Keegan konzentriert sich vielmehr auf die sich wandelnde Praxis der Kriegsführung, jedoch mit der bemerkenswerten Reduzierung auf die militärische Komponente des Begriffs. Will man sich mit der Abfolge militärischer Ereignisse begnügen, dann mag Keegans Buch eine umfassende Orientierung geben, verbunden mit strategischen Analysen zu militärischen Entwicklungen und Lagen.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 4.12.3122.612.622.682.67 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: John Keegan: Der Zweite Weltkrieg. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22599-der-zweite-weltkrieg_25783, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25783 Rezension drucken
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