/ 21.06.2013
Rolf Gröschner / Stephan Kirste / Oliver W. Lembcke (Hrsg.)
Des Menschen Würde – entdeckt und erfunden im Humanismus der italienischen Renaissance
Tübingen: Mohr Siebeck 2008 (Politika 1); XIII, 260 S.; 49,- €; ISBN 978-3-16-149696-7Es handelt sich um den Sammelband der dritten Tagung des 2000 gegründeten Arbeitskreises „Ideengeschichte und Rechtsphilosophie“, die im September 2005 in Loccum durchgeführt wurde. Er erhält seine Relevanz nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass das über Jahre hinweg als selbstverständlich und stabil geltende Begriffsverständnis dieses immerhin zentralen Wertfundaments der Verfassungsordnung angesichts der Diskussionen um „Rettungsfolter“; „Bürgeropfer“, „Freund-Feind-Recht“ usw. erheblich ins Rutschen gekommen ist (Stichwort: „Unabwägbarkeit“). Inhaltlich steht die Auseinandersetzung mit den begriffsprägenden Autoren des italienischen „Bürgerhumanismus“ (u. a. Gianozzo Manetti, Marsilio Ficino, Lorenzo Valla und Pico della Mirandola) im Vordergrund. In „postmodernen“ Zeiten lohnt eben ein Blick zurück auf die sich von „prämodernen“, theologischen Begründungsmustern lösende „frühe Moderne“. Es ergeben sich hierbei insgesamt zwei ideengeschichtliche Traditionsstränge, die die durch Antike und Christentum geprägte „dignitas hominis“ bestimmen: „Subjektivität als Prinzip der Renaissance und Solidarität als Appell des Humanismus“ (X). Deshalb müsse man von einer „‚Entdeckung’“ und „‚Erfindung’“ sprechen, denn alle „in den Tagungsreferaten behandelten Autoren [...] greifen antike [...] Vorstellungen auf, gehen mit ihnen aber immer auch, dem Selbstverständnis der Renaissance und der Selbststilisierung der Humanisten entsprechend, erfinderisch, ja geradezu schöpferisch um“ (VIII).
Robert Chr. van Ooyen (RVO)
Dr., ORR, Hochschullehrer für Staats- und Gesellschaftswissenschaften, Fachhochschule des Bundes Lübeck; Lehrbeauftragter am OSI der FU Berlin sowie am Masterstudiengang "Politik und Verfassung" der TU Dresden.
Rubrizierung: 5.32
Empfohlene Zitierweise: Robert Chr. van Ooyen, Rezension zu: Rolf Gröschner / Stephan Kirste / Oliver W. Lembcke (Hrsg.): Des Menschen Würde – entdeckt und erfunden im Humanismus der italienischen Renaissance Tübingen: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30162-des-menschen-wuerde--entdeckt-und-erfunden-im-humanismus-der-italienischen-renaissance_35761, veröffentlicht am 20.01.2009.
Buch-Nr.: 35761
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Dr., ORR, Hochschullehrer für Staats- und Gesellschaftswissenschaften, Fachhochschule des Bundes Lübeck; Lehrbeauftragter am OSI der FU Berlin sowie am Masterstudiengang "Politik und Verfassung" der TU Dresden.
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