/ 19.06.2013
Andrea Löw / Kerstin Robusch / Stefanie Walter (Hrsg.)
Deutsche - Juden - Polen. Geschichte einer wechselvollen Beziehung im 20. Jahrhundert
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2004 (Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts 9); 276 S.; kart., 29,90 €; ISBN 3-593-37515-XMit diesem Buch ehren ehemalige Studierende Hubert Schneider, der an der Ruhr-Universität Bochum tätig ist und 1989 einen Studentenaustausch mit der Universität in Krakau initiierte. Außerdem engagiert er sich für die Initiative „Erinnern für die Zukunft", deren Ziel ein „zukunftsfähiges Verhältnis zwischen Deutschen und Juden" (8) ist. Dieses Dreiecksverhältnis zwischen Deutschen, Juden und Polen spiegelt sich in den Beiträgen wider, die im 14. Jahrhundert ansetzen. Analysiert werden außerdem unter anderem die deutsche Besatzungspolitik während der Weltkriege, einzelne Aspekte der Ermordung der Juden sowie die Haltung Victor Klemperers zum Kommunismus nach 1945. Er dient als Beispiel für einen Menschen, der sich längst vom Judentum abgewandt hatte und durch die Diskriminierung während der NS-Zeit in der DDR zum Vorzeige-Juden wurde.
Aus dem Inhalt:
Andrea Löw / Kerstin Robusch / Stefanie Walter:
„Erkennen und Erinnern". Eine Festschrift für Hubert Schneider (9-17)
Zdzis?aw Noga:
Polen, Juden und Deutsche in Krakau zur Zeit der Ersten Rzeczpospolita (19-33)
Heiko Haumann:
Juden in der ländlichen Gesellschaft Galiziens am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts (35-58)
Andreas R. Hofmann:
Die vergessene Okkupation. Lodz im Ersten Weltkrieg (59-78)
Thomas Rink:
Deutsche Minderheitenpolitik in der Weimarer Republik (79-96)
Bogdan Musial:
Die Zivilverwaltung und der Holocaust. Verfolgung und Vernichtung der Juden im Generalgouvernement (97-117)
Andrea Löw:
„Wir wissen immer noch nicht, was wir machen sollen." Juden in Krakau unter deutscher Besatzung bis zur Errichtung des Ghettos (119-136)
Karol Sauerland:
Die polnische Gesellschaft in der deutschen Besatzungszeit aus jüdischer Sicht (137-156)
Robert Kuwa?ek:
Die letzte Station vor der Vernichtung. Das Durchgangsghetto in Izbica (157-179)
Kerstin Robusch:
„Die Antwort darauf ist Menschlichkeit". Hermann Langbein - eine biographische Skizze (181-197)
Benedikt Faber:
„In der vordersten Front"? Victor Klemperers Haltung zum Kommunismus nach 1945 (199-213)
Dirk Pöppmann:
Verbrechen und Strafe. Der Mord an Felix Fechenbach im Spiegel seiner juristischen Aufarbeitung (215-243)
Dieter Bingen:
Von der „neuen Ostpolitik" zur Wiedervereinigung. Das Ende der Nachkriegszeit im deutsch-polnischen Verhältnis (245-259)
Jerry Freimark:
Aus den Erinnerungen eines Achtzigjährigen (261-273)
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 1.3 | 2.311 | 2.312 | 2.314 | 2.35 | 2.62 | 4.21
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Andrea Löw / Kerstin Robusch / Stefanie Walter (Hrsg.): Deutsche - Juden - Polen. Frankfurt a. M./New York: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20683-deutsche---juden---polen_24125, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24125
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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