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/ 20.06.2013
Jon Elster

Die Akten schließen. Recht und Gerechtigkeit nach dem Ende von Diktaturen. Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2005; 327 S.; kart., 29,90 €; ISBN 3-593-37885-X
Werden Diktaturen überwunden, so stellt sich für die nachfolgende Rechtsinstitution die Frage, wie die diktatorisch geprägte Vergangenheit juristisch behandelt werden kann und soll. Der Fokus dieser Behandlung liegt auf der Entscheidung darüber, ob sie primär unter dem Gesichtspunkt der Orientierung an Rechtsnormen oder an einer wie auch immer gearteten Gerechtigkeitsvorstellung erfolgt. Der als ein bedeutender Vertreter der rationalen Entscheidungstheorie bekannt gewordene Soziologe Elster greift diesen Diskurs auf. In einem ersten Teil widmet er sich der Rechtspraxis der Übergangsjustiz anhand ausgewählter Fallbeispiele, die vom antiken Athen über die französische Restauration bis zu Deutschland nach 1945 und 1989 reichen. Im zweiten Teil werden die Fallbeispiele vergleichend analysiert, wobei insbesondere die Interessen der Akteure, ihre strategischen Handlungen und ihre Handlungsbeschränkungen im Mittelpunkt stehen. Als ein Resümee der Studie kann festgehalten werden, dass aufgrund des Primats von gesellschaftlicher und politischer Stabilität oftmals auf die Strafverfolgung der Täter verzichtet wird und der Ruf nach Gerechtigkeit für die Opfer unerwidert bleibt.
Volker Dreier (VDR)
Priv.-Doz. Dr., wiss. Angestellter, Forschungsinstitut für Soziologie, Universität zu Köln.
Rubrizierung: 2.22.232.252.352.31 Empfohlene Zitierweise: Volker Dreier, Rezension zu: Jon Elster: Die Akten schließen. Frankfurt a. M./New York: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24708-die-akten-schliessen_28551, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28551 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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