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/ 11.06.2013
Andreas Färber

Die Begründung der Wissenschaft aus reiner Vernunft. Descartes, Spinoza und Kant

Freiburg i. Br./München: Verlag Karl Alber 1999 (Alber-Reihe Philosophie); 285 S.; geb., 68,- DM; ISBN 3-495-47918-X
Die erkenntnistheoretischen Entwürfe des Rationalismus, hier vertreten durch Descartes und Spinoza, sowie Kants Transzendentalphilosophie versuchen beide Sicherheit der Erkenntnis und somit auch der Wissenschaft aus der reinen Vernunft, d. h. Prinzipien a priori zu begründen. Deren Rechtfertigung wiederum variiert beträchtlich voneinander. Das rationalistische Erkenntnisideal orientiert sich an mathematischen Prinzipien und beruht auf einer Substanzontologie, die das Wahrheitskriterium der Evidenz sichern soll. Kant hingegen zeigte einerseits, dass die mathematische Erkenntnisweise nicht universalisierbar ist und ersetzte andererseits den Substanzbegriff durch das transzendentale Subjekt. Nur in der synthetischen Leistung des Erkenntnisvermögens selbst, "die ihren Ausgang nimmt von der ursprünglichen Einheit der Apperzeption" (17), liegt für Kant die Begründung von Erkenntnis und die Möglichkeit von Metaphysik als Wissenschaft. Neben der Analyse beider Begründungsversuche und deren metaphysischen Grundlagen gibt der Autor außerdem einen Ausblick auf den Versuch Hegels, die Positionen zu verbinden, indem er die Substanz selbst zum Subjekt erhob.
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 5.35.325.33 Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Andreas Färber: Die Begründung der Wissenschaft aus reiner Vernunft. Freiburg i. Br./München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11438-die-begruendung-der-wissenschaft-aus-reiner-vernunft_13569, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 13569 Rezension drucken
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