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/ 05.06.2013
Friederike Hausmann

Die deutschen Anarchisten von Chicago. Oder Warum Amerika den 1. Mai nicht kennt

Berlin: Verlag Klaus Wagenbach 1998; 207 S.; 22,80 DM; ISBN 3-8031-2320-8
Dieses schön illustrierte Buch ist die Neufassung eines 1977 von Horst Karasek unter dem Titel "Haymarket! 1886: Die deutschen Anarchisten von Chicago. Reden und Lebensläufe" herausgegebenen Bandes. Hausmann hat den Text neu gestaltet und dabei größeres Gewicht auf das generelle historisch-politische Umfeld gelegt. Die ersten beiden Kapitel beschäftigen sich denn auch mit den Arbeitsbedingungen im boomenden Chicago des späten 19. Jahrhunderts und mit den Versuchen der sozialistischen Arbeiterbewegung, für ihre sozialpolitischen Vorstellungen zu werben. Hausmanns besonderes Augenmerk gilt der Rolle der ausgewanderten deutschen Arbeiter in diesen Bemühungen. Der dritte Abschnitt stellt vor "Acht exemplarische Lebensläufe und der 4. Mai 1886", wobei die Lebensläufe als Quelle aus den Federn der Angeklagten selber stammen. Das vierte und letzte Kapitel ist betitelt "Ein Prozeß vor den Augen der Welt" und zeichnet die rechtlich mehr als zweifelhaften Todesurteile und ihre Folgen nach. Das Buch ist voller Sympathie für die unglücklichen Angeklagten geschrieben, bietet aber dennoch eine Fülle von Informationen.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.332.222.252.64 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Friederike Hausmann: Die deutschen Anarchisten von Chicago. Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7121-die-deutschen-anarchisten-von-chicago_9515, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9515 Rezension drucken
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