Skip to main content
/ 05.06.2013
Hans Joas

Die Entstehung der Werte

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1999 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1416); 321 S.; 24,80 DM; ISBN 3-518-29016-9
Anders als die Begründung von Normen hat die Frage nach der Entstehung von Werten keine Konjunktur in der sozialwissenschaftlichen Theoriebildung. So lautet jedenfalls die ausgehende Beobachtung von Joas, die ihn motiviert hat, anhand von unterschiedlichen Texten der Frage nach der Genese von Werten nachzugehen. Seine Antwort: "Werte entstehen in Erfahrung der Selbstbildung und Selbsttranszendenz" (10). Dieses Ergebnis verweist auf den engen Zusammenhang von Werten und einer Handlungstheorie, in deren Zentrum der handelnde Akteur und seine Motivation zur Handlung steht. Es ist zugleich ein Plädoyer, in stärkerem Maße handlungstheoretisch zwischen der Rechtfertigung von Normen und der pragmatischen Perspektive des Handelnden zu unterscheiden. Inhalt: 2. Die Entstehung der Werte als Genealogie der Moral? (Friedrich Nietzsche); 3. Die Vielfalt religiöser Erfahrung (William James); 4. Kollektive Ekstase (Émile Durkheim); 5. Die Immanenz der Transzendenz (Georg Simmel); 6. Das Wertgefühl und sein Gegenstand (Max Scheler); 7. Erschütternde Intersubjektivität (John Dewey); 8. Die Identität und das Gute (Charles Taylor); 9. Der Identitätsbegriff und seine postmoderne Herausforderung; 10. Werte und Normen: Das Gute und das Rechte.
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.42 Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Hans Joas: Die Entstehung der Werte Frankfurt a. M.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8237-die-entstehung-der-werte_10862, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10862 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA