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/ 18.06.2013
Irmgard Weyrather

Die Frau am Fließband. Das Bild der Fabrikarbeiterin in der Sozialforschung 1870-1985

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2003; 422 S.; kart., 45,- €; ISBN 3-593-37254-1
Um die Lebensumstände und die Arbeitsbedingungen der Fabrikarbeiterinnen zu erforschen, gingen Soziologen und Soziologinnen seit 1870 in die Betriebe und führten empirische Erhebungen durch. Die Autorin zeigt anhand von zwischen 1870 und 1985 in Deutschland entstandenen Studien, dass die Befunde durch den jeweiligen politischen Kontext bestimmt waren. So sollten beispielsweise Arbeitsschutzgesetze begründet werden, oder aber es wurde nach Belegen gesucht, um den „moralischen Niedergang" der erwerbstätigen Frau anzuprangern. Dokumentiert durch eine Fülle von Material wird in diesem Band ausgeführt, wie die Sozialwissenschaften immer wieder neue Bilder von der Fabrikarbeiterin konstruiert haben. Die Autorin gliedert ihre Untersuchung chronologisch: Von der Forschung in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik, die Zeit des Nationalsozialismus und die „Wirtschaftswunder"-Phase bis hin zur Studentenbewegung und zur Entstehungszeit der neuen Frauenbewegung in den 80er-Jahren.
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.362.312.342 Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Irmgard Weyrather: Die Frau am Fließband. Frankfurt a. M./New York: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19298-die-frau-am-fliessband_22419, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22419 Rezension drucken
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