/ 18.06.2013
Landolf Scherzer
Die Fremden. Unerwünschte Begegnungen und verbotene Protokolle. Mit einem Nachwort von Günter Wallraff
Berlin: Aufbau-Verlag 2002; 236 S.; geb., 15,- €; ISBN 3-351-02543-2Wie lebten die Vertragsarbeiter aus Mosambik in der DDR? Diese Frage stellte sich der freie Schriftsteller Scherzer 1982 und interviewte in Suhl Mosambikaner und ihre deutschen Vorgesetzten, Kollegen, Nachbarn und Freundinnen. In der DDR durfte sein Buch nur ohne die Interviews mit den Deutschen erscheinen. Mit seinem neuen Buch holt er deren Abdruck nicht nur nach, sondern besucht, soweit sie zu finden waren, die Menschen noch einmal. Einige der ehemaligen Vertragsarbeiter sind in Suhl geblieben und erzählen von ihren Erfahrungen mit dem alltäglichen Rassismus in der DDR und heute. Scherzer erhebt keinen empirischen Anspruch, vermittelt aber ein sehr lebensnahes Bild nicht nur der Lebensbedingungen der Afrikaner im Osten Deutschlands, sondern auch von der Gedankenwelt der interviewten Deutschen, von denen natürlich nicht alle ausländerfeindlich sind. Der zweite Teil enthält Reportagen, die bereits in anderen Büchern Scherzers erschienen sind. Themenschwerpunkte sind Nationalismus und Antisemitismus in Deutschland und Osteuropa.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.314 | 2.315 | 2.35 | 2.23 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Landolf Scherzer: Die Fremden. Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17801-die-fremden_20528, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20528
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA