/ 20.06.2013
Dimitrios K. Apostolopoulos
Die griechisch-deutschen Nachkriegsbeziehungen. Historische Hypothek und moralischer Kredit. Die bilateralen politischen und ökonomischen Beziehungen unter besonderer Berücksichtigung des Zeitraums 1958-1967
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2004 (Europäische Hochschulschriften: Reihe III, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften 997); 364 S.; brosch., 56,50 €; ISBN 3-631-52665-2Geschichtswiss. Diss. TU Berlin. - Der Angriff Nazideutschlands gegen Griechenland 1941 und die sich daran anschließende dreieinhalbjährige deutsche Besatzungszeit bilden das wohl dunkelste Kapitel in dem traditionell herzlichen Verhältnis zwischen Deutschen und Griechen in der Neuzeit seit der Staatsgründung unter dem Bayernkönig Otto 1830. Im Zeichen dieses „historischen Traumas“ (Buchrücken) stand die Wiederherstellung normaler bilateraler Beziehungen zwischen beiden Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg, wobei einer Aufarbeitung von historischer Schuld lange Zeit von deutscher Seite peinlichst aus dem Weg gegangen wurde und stattdessen der leichtere Weg der materiellen Hilfszuwendungen zum Wiederaufbau des zerstörten Landes eingeschlagen wurde. Der Autor dieser fakten- und literaturgesättigten Arbeit stellt die Grundzüge, Strukturen und Kontinuitäts- ebenso wie Diskontinuitätselemente für die Entwicklung der bilateralen Beziehungen von den 50er-Jahren bis zum abermals traumatisch erlebten Militärputsch in Athen dar und diskutiert sie intensiv. Er hebt dabei besonders die grundlegenden Handlungsoptionen der griechischen und deutschen Regierungen bei der Durchsetzung ihrer jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Ziele hervor. Sein Ergebnis lautet: Deutschland war im Untersuchungszeitraum hinsichtlich seiner Bedeutung für Griechenland wirtschaftlich und politisch bei weitem der wichtigste Verbündete, sogar noch vor den Vereinigten Staaten, England und Frankreich, die ihre Wirtschaftshilfen erheblich reduziert hatten.
Peter A. Zervakis (PZ)
Dr., Projektleiter Bologna-Prozess, Hochschulrektorenkonferenz, Bonn.
Rubrizierung: 4.2 | 4.21 | 4.22 | 2.61 | 2.313
Empfohlene Zitierweise: Peter A. Zervakis, Rezension zu: Dimitrios K. Apostolopoulos: Die griechisch-deutschen Nachkriegsbeziehungen. Frankfurt a. M. u. a.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22863-die-griechisch-deutschen-nachkriegsbeziehungen_26109, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26109
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Dr., Projektleiter Bologna-Prozess, Hochschulrektorenkonferenz, Bonn.
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