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/ 05.06.2013
Hans-Ulrich Wehler

Die Herausforderung der Kulturgeschichte

München: C. H. Beck 1998; 160 S.; 19,80 DM; ISBN 3-406-42076-1
Der Band besteht aus einer Zusammenstellung von Manuskripten zu Vorträgen, welche der Autor vor dem "Colloquium zur modernen Sozialgeschichte" der Bielefelder Fakultät für Geschichtswissenschaft gehalten hat. Den Rahmen für die Vorträge bildete der Versuch, sich aus der Perspektive der historischen Sozialwissenschaft mit der Herausforderung der Disziplin durch die Konzepte wichtiger Vertreter der Kulturgeschichte auseinanderzusetzen. Wehler argumentiert für die Aufnahme eines "tiefen" (147 f.) Kulturbegriffs in sozialgeschichtliche Studien. Dies scheint ihm einfacher zu realisieren als die Inkorporation sozialgeschichtlicher Perspektiven und Fragestellungen in die Kulturhistoriographie. Wichtig ist aber vor allem, daß beide rivalisierenden Teildisziplinen aus den komparativen Vorzügen und Schwächen, aus der Diskussion um Kultur versus Gesellschaft lernen und so zu einem besseren Verständnis ihres Fachgebiets gelangen. Inhalt: I. Pierre Bourdieu. Das Zentrum seines Werks; II. Michel Foucault. Die "Disziplinargesellschaft" als Geschöpf der Diskurse, der Machttechniken und der "Bio-Politik"; III. Max Weber. Das "Weltbild" der altisraelitischen Propheten und die mißverstandene Protestantismus-These; IV. Sigmund Freud. Die Anfänge der Sozialisationstheorie; V. Erik Erikson. Der unaufhaltsame Siegeszug der "Identität"; VI. Kulturanthropologie. Rivalin der Sozialisationsforschung; VII. Historische Sozialwissenschaft. Eine Zwischenbilanz nach dreißig Jahren.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.42 Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Hans-Ulrich Wehler: Die Herausforderung der Kulturgeschichte München: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7120-die-herausforderung-der-kulturgeschichte_9514, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9514 Rezension drucken
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