Skip to main content
/ 21.06.2013
Diethelm Klesczewski / Steffi Müller / Frank Neuhaus (Hrsg.)

Die Idee des Sozialstaates. Conditio sine qua non der Freiheit des Weltbürgers?

Paderborn: mentis Verlag 2006 (fundamenta iuris 4); 88 S.; kart., 19,80 €; ISBN 978-3-89785-483-3
Wenn in den hier versammelten rechtsphilosophischen Beiträge eine mögliche Sozialstaatsbegründung nach Kant diskutiert wird, so ist dies keineswegs nur eine philosophiehistorische Frage, denn sowohl in der neueren angelsächsischen politischen Philosophie (Rawls) als auch in der deutschen Debatte (Kersting) übernehmen Reminiszenzen an den Königsberger Philosophen eine – oft entgegengesetzte – analytische und politische Funktion. Instruktiv ist Köhlers Rekonstruktion der Teilhabegerechtigkeit, wobei er darauf insistiert, dass mit Kant keine feste Güterordnung begründet werden kann, sondern im Gegenteil die freie Bildung menschlicher Fähigkeiten unabhängig von ökonomischen Imperativen zu fordern sei. Die anderen Aufsätze berühren diesen Themenkreis nur mittelbar, denn während Heinig den Klassiker der Sozialstaatsdebatte Lorenz von Stein und den Gegenwartsphilosophen Nozick nach ihrem Beitrag zu einer möglichen aktuellen politischen Theorie befragt und hier eher zu einem ernüchternden Ergebnis kommt, dehnt Kotzur die Fragestellung bis in den Bereich des Völkerrechts aus und diskutiert hier Rawls letzte Schriften zum Weltbürgerrecht. Eingeleitet wird der Band von Englers Plädoyer für ein bedingungsloses Grundeinkommen.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 1.35.335.422.34.1 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Diethelm Klesczewski / Steffi Müller / Frank Neuhaus (Hrsg.): Die Idee des Sozialstaates. Paderborn: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27682-die-idee-des-sozialstaates_32510, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 32510 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA