/ 22.06.2013
Marina Hennig / Christian Stegbauer (Hrsg.)
Die Integration von Theorie und Methode in der Netzwerkforschung
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2012 (Netzwerkforschung); 211 S.; 34,95 €; ISBN 978-3-531-17865-3Netzwerkforschung gehört zweifellos zu den in ganz unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Disziplinen stark reüssierenden Ansätzen. Da Netzwerkforschung auf der differenzierten, zumeist formalisierten Abbildung von Relationen zwischen Akteuren beruht, haben zu diesem Aufstieg gewiss auch die gestiegene Leistungsfähigkeit von Computern und die Entwicklung entsprechender Rechenmodelle der Mathematik und der Informatik beigetragen. Zudem darf man nicht übersehen, dass im gesellschaftlichen Diskurs die Netzwerksemantik fast schon inflationären Status hat. Vor diesem Hintergrund wollen die Herausgeber mit dem Sammelband zur Klärung beitragen, „wie in der Netzwerkanalyse (als Methode), die Erhebung und Zugänglichkeit von Daten und die Netzwerktheorie stärker zu integrieren sind“ (7). Weil Netzwerkanalyse ein interdisziplinäres Forschungsgebiet darstellt, soll der Sammelband zugleich als Plattform zwischen den verschiedenen Fächern dienen. In der ersten Gruppe von Aufsätzen geht es hauptsächlich um theoretische und methodologische Aspekte; dazu zählen die oftmals unklare Verwendung von Zentralitätsmaßen, der Umgang mit unvollständigen Daten oder die Operationalisierung sozialen Kapitals. Hervorzuheben ist hier der Beitrag von Christian Stegbauer, der die systematische Differenz zwischen der Perspektive der Netzwerkforscher und der der beobachteten Akteure hervorhebt. Im zweiten Teil wird das thematisch breite Spektrum der Netzwerkforschung illustriert. Die Anwendungsbeispiele beziehen sich auf vernetzte Wissensproduktionen im Klassenverband und im Kontext von Wikipedia, auf die Kooperationsformen zwischen Nonprofit- und professionellen Organisationen und die Anwendbarkeit des Netzwerkansatzes auf die soziale Konstruktion von (Stadt-)Räumen.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.2
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Marina Hennig / Christian Stegbauer (Hrsg.): Die Integration von Theorie und Methode in der Netzwerkforschung Wiesbaden: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34303-die-integration-von-theorie-und-methode-in-der-netzwerkforschung_41172, veröffentlicht am 08.11.2012.
Buch-Nr.: 41172
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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