/ 21.06.2013
Michael Berndt
Die "Neue Europäische Sicherheitsarchitektur" Sicherheit in, für und vor Europa?
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2007; 256 S.; brosch., 34,90 €; ISBN 978-3-531-15585-2Die zentrale These lautet, dass sich durch die Veränderung der Bedrohungslage auch das Verständnis von Sicherheit gewandelt hat. Ging die Europäische Sicherheitsarchitektur während des Ost-West-Konflikts davon aus, dass Sicherheit mit dem Gegner erreicht werden kann, verliert diese Einsicht heute an Relevanz. Unter Anwendung neo-gramscianischer, systemkritischer Ansätze wird anhand von Dokumenten der EU/WEU, NATO und KSZE/OSZE dargestellt, wie nach der Implosion der Sowjetunion eine neue Europäische Sicherheitsarchitektur konstruiert wurde. Der wichtigste Befund der Studie lautet, dass die Sicherheit von Drittstaaten vor Europa bei der Formulierung der neuen Sicherheitsarchitektur keine entscheidende Rolle gespielt hat. Gewalt wird zu einem Mittel der Bedrohungsabwehr. Dadurch erscheint die neue Sicherheitsarchitektur ungeeignet, zu Frieden und Sicherheit in den internationalen Beziehungen beizutragen.
Jörg Jacobs (JJ)
Dr., Politikwissenschaftler, Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation, Strausberg.
Rubrizierung: 4.2 | 4.3 | 3.6
Empfohlene Zitierweise: Jörg Jacobs, Rezension zu: Michael Berndt: Die "Neue Europäische Sicherheitsarchitektur" Wiesbaden: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28155-die-neue-europaeische-sicherheitsarchitektur_33105, veröffentlicht am 28.03.2008.
Buch-Nr.: 33105
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Dr., Politikwissenschaftler, Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation, Strausberg.
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