/ 18.06.2013
Robert S. Robins / Jerrold M. Post
Die Psychologie des Terrors. Vom Verschwörungsdenken zum politischen Wahn. Aus dem Amerikanischen von Christiana Goldmann
München: Droemer 2002; 464 S.; 22,90 €; ISBN 3-426-27273-3Ein Psychiater und ein Politikwissenschaftler fragen gemeinsam, welche Bedeutung Wahnvorstellungen in der Politik zukommen. Ihre These ist, dass die "Paranoia ein Leitmotiv des politischen Lebens" (22) ist. Der Definition der Paranoia aus der wissenschaftlichen Sicht eines Psychiaters folgt die Erklärung an Beispielen, die von Nixon über religiöse und rassistische Bewegungen und Terrorgruppen bis zu Stalin, Hitler und Pol Pot reichen. Die Autoren erklären anschaulich die Mechanismen, die einen Paranoiker zum Führer einer Gruppe oder eines Landes aufsteigen lassen. Die Beispiele, die Robins und Post rund um den Globus gesammelt haben, zeigen, dass der Wahn nicht an eine Kultur, Epoche oder Religion gebunden ist. Sie verweisen ausdrücklich - das Buch ist 1997 erstmals in den USA erschienen - darauf, dass sich nicht nur im Koran Textstellen finden lassen, mit denen Extremisten meinen, ihren Terror rechtfertigen zu können, sondern auch in der Bibel. Das Buch enthalte "leider kein Rezept gegen die Paranoia, denn was so tief in der menschlichen Natur wurzelt, lässt sich nicht beseitigen" (402). Um sich aber nicht zum Komplizen zu machen, dürfe man sich nicht einmal den ersten Symptomen der paranoiden Mobilisierung von Hass gegenüber gleichgültig verhalten.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.25 | 4.41 | 2.312 | 2.23 | 2.68 | 2.64 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Robert S. Robins / Jerrold M. Post: Die Psychologie des Terrors. München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17175-die-psychologie-des-terrors_19760, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 19760
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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