/ 22.06.2013
Klaus Bochmann / Vasile Dumbrava / Dietmar Müller / Victoria Reinhardt (Hrsg.)
Die Republik Moldau/Republica Moldova. Ein Handbuch. Projektkoordination: Marina Dumbrava, unter Mitarbeit von Christian-Daniel Strauch
Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2012; 748 S.; hardc., 59,- €; ISBN 978-3-86583-557-4„Als einer der jüngsten Staaten Europas ist die 1991 unabhängig gewordene Republik Moldau in der öffentlichen Debatte mit erheblichen Identitätsproblemen konfrontiert“ (15), die in der bewegten Geschichte des Gebietes, auf dem das heutige Moldova liegt, begründet sind. Das Land, dessen Fläche der von Baden-Württemberg und dessen Einwohnerzahl der von Berlin entspricht, zählt zu den kleinsten und ärmsten Staaten Europas. Mehr als sechzig Autoren aus verschiedenen Ländern haben an dem vom Moldova-Institut Leipzig (MIL) edierten Handbuch mitgewirkt, sie verstehen es als „Gesamtdarstellung der Republik Moldau“ (11). Tatsächlich wird in sieben Kapiteln und fast achtzig Artikeln über die Geschichte, Geografie, staatlichen Strukturen, Außenpolitik, zentralen Wirtschaftszweige, zivilgesellschaftlichen Akteure sowie über Kultur und Wissenschaft der Republik Moldau ausführlich informiert. So entsteht das Bild eines Landes, das noch immer sowohl in politischer als auch in ökonomischer Hinsicht mit den Folgen der Transformation zu kämpfen hat. Es ist vorwiegend agrarisch geprägt und zählt zu den zehn größten Weinproduzenten der Welt – einen großen Teil seines Bruttosozialproduktes bezieht es aber aus den Überweisungen der vor allem in EU-Ländern tätigen Arbeitsmigranten. Das Klima für Investoren sei eher ungünstig, denn Korruption und mangelnde oder nachlässig betriebene Reformen seien keine positiven Rahmenbedingungen für ausländisches Kapital. Außenpolitisch habe sich die Republik Moldau auf einen internationalen Status der Neutralität festgelegt, sie stehe „in einem Verhältnis wechselnder, von der jeweiligen innenpolitischen Entwicklung abhängiger Spannungen einerseits mit Russland, andererseits mit Rumänien“ (12). Aufgezeigt werden auch die Bemühungen der moldauischen Politiker, das Land in die EU zu führen und mithilfe der europäischen Institutionen den bisher noch immer ungelösten Konflikt um Transnistrien zu lösen. Welch kultureller Reichtum vorhanden ist, wird durch die Lektüre ebenfalls deutlich: rumänische und russische Einflüsse prägten das Land und führten allerdings auch zu einem Konflikt „um die Bezeichnung für die Landessprache: ‚moldauisch‘ oder ‚rumänisch‘?“ (16)
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.61 | 2.1
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Klaus Bochmann / Vasile Dumbrava / Dietmar Müller / Victoria Reinhardt (Hrsg.): Die Republik Moldau/Republica Moldova. Leipzig: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34657-die-republik-moldaurepublica-moldova_41646, veröffentlicht am 27.09.2012.
Buch-Nr.: 41646
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA