Skip to main content
/ 18.06.2013
Konrad Löw

Die Schuld. Christen und Juden im Urteil der Nationalsozialisten und der Gegenwart

Gräfelfing: Resch Verlag 2002; 356 S.; 24,- €; ISBN 3-935197-21-7
Immer wieder werden die Verstrickungen der christlichen Kirchen in die nationalsozialistische Judenverfolgung diskutiert; nicht selten wird ihnen Antisemitismus, eine aktive Unterstützung der Nationalsozialisten und manchmal sogar Mitschuld an den Vernichtungslagern zur Last gelegt. Umgekehrt wurde oft das mutige Verhalten von Christen hervorgehoben. Die sehr zitatenreiche, populärwissenschaftliche Arbeit will dieses Verhältnis mittels "aller einschlägigen Quellen" (9) neu aufrollen; zugleich "war es notwendig, das Relevantere vom weniger Relevanten zu scheiden und letzteres unerwähnt zu lassen" (10). Dabei ist die Betrachtung der katholischen Kirche ein Schwerpunkt der Darstellung. Bis 1933 wurde der Nationalsozialismus von dieser "mit aller Entschiedenheit öffentlich bekämpft", so ein Ergebnis des Autors; auch danach hätten katholische und Bekennende Kirche "nie ernsthaft erwogen, um des eigenen Vorteils wegen ihre sittlichen Grundsätze preiszugeben. Sie haben vor den neuen Machthabern nicht kapituliert." (306) Inhaltsübersicht: 1. Deutschlands Christen und Juden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts; 2. Christen und Juden im Gefüge der NS-Weltanschauung und -Politik; 3. Dem Mord geht der Rufmord voraus. Auswertung, Schlußfolgerungen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.352.312 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Konrad Löw: Die Schuld. Gräfelfing: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17471-die-schuld_20119, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20119 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA