/ 11.06.2013
Unabhängige Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg
Die Schweiz, der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg. Schlussbericht
Zürich: Pendo Verlag 2002; 613 S.; geb., 29,90 €; ISBN 3-85842-601-6In der Schweiz dauerte "die Verdrängung der Kriegsereignisse bis in die neunziger Jahre an" (539). Erst 1996 spitzte sich die internationale Kritik am ungeklärten Verbleib der Vermögenswerte von Holocaust-Opfern so zu, dass die Schweiz offiziell eine unabhängige Expertenkommission einsetzte. Mehr als 50 Jahre nach Kriegsende sollte geklärt werden, welche Rolle das Land von 1933 bis 1945 spielte. Der Schlussbericht zeigt detailliert, wie sich die Schweiz den deutschen Nationalsozialisten anpasste. Dies geschah teilweise aktiv durch die Behörden, teilweise passiv durch die "Abwesenheit politischer Machtausübung" (541). Themen der Expertenkommission, die fünf Jahre lang arbeitete, waren die Wirtschaftsverflechtungen, die Rüstungsproduktion, die "Arisierungen", das Währungssystem und die Schweizer Flüchtlingspolitik. Mit juristischen Gutachten wurde außerdem die Grundlage für eine rechtliche Beurteilung der historischen Vorgänge gelegt.
Inhaltsübersicht: 2. Internationaler Kontext und nationale Entwicklung; 3. Flüchtlinge und Flüchtlingspolitik; 4. Aussenwirtschaftliche Verflechtung und Vermögenstransaktionen; 5. Recht und Rechtspraxis; 6. Vermögensrechtliche Fragen der Nachkriegszeit; 7. Erkenntnisse, Einsichten und offene Fragen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.5 | 2.312
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Unabhängige Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg: Die Schweiz, der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg. Zürich: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9417-die-schweiz-der-nationalsozialismus-und-der-zweite-weltkrieg_19516, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 19516
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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