/ 05.06.2013
Ingo Richter
Die sieben Todsünden der Bildungspolitik
München/Wien: Carl Hanser Verlag 1999; 224 S.; geb., 39,80 DM; ISBN 3-446-19659-5Der Autor, Direktor des Deutschen Jugendinstituts, legt eine umfassende Bestandsaufnahme und Kritik der gegenwärtigen staatlichen Bildungspolitik in der Bundesrepublik Deutschland vor. Als "Todsünden der Bildungspolitik" behandelt er dabei, in Anlehnung an den theologischen Sündenkatalog des katholischen Katechismus, "Trägheit oder Der Kult der Vergeblichkeit", "Heuchelei oder Die Glaubwürdigkeitslücke der Politik", "Wegsehen oder die Negierung der Lebenswelt", "Hochmut oder Nicht für das Leben, für die Schule lernen wir", "Verschleierung oder Von der Leistungsfähigkeit der Leistungsbewertung", "Verwahrlosung oder Null Bock" sowie "Bürokratisierung oder Das unerfüllte Versprechen der Verstaatlichung". Die einzelnen Themen werden in den entsprechend betitelten Kapiteln detailliert abgehandelt und die dabei aufgewiesenen Mißstände mitunter in polemischer Schärfe kritisiert. Es werden aber auch alternative pädagogische Ansätze und Bildungskonzepte zur Diskussion gestellt, vielfach im historischen oder interkulturellen Vergleich. Eine Überwindung der Misere im Bildungsbereich hält der Autor resümierend möglich, allerdings bedürfe es hierzu "des politischen Willens, einer Wiederbegründung der Bildungspolitik" (9).
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.343
Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Ingo Richter: Die sieben Todsünden der Bildungspolitik München/Wien: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8090-die-sieben-todsuenden-der-bildungspolitik_10697, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 10697
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
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