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/ 20.06.2013
Sung-Chul Rhim

Die Struktur des idealen Staates in Platons Politeia. Die Grundgedanken des platonischen Idealstaates angesichts antiker und moderner Kritik

Würzburg: Königshausen & Neumann 2005 (Epistemata: Reihe Philosophie 393); 169 S.; brosch., 26,- €; ISBN 3-8260-3109-1
Im Mittelpunkt der Analyse des klassischen Textes stehen die beiden Fragen: Ist die Politeia eine unrealistische Utopie oder versteht sie sich als politisches Programm, das verwirklicht werden sollte, und implizieren Platons politische Prämissen eine Vorwegnahme des antidemokratischen Denkens oder sogar eine Rechtfertigung des Totalitarismus? Die vom Autor vertretene Position, Platon diene weniger machtpolitischen Interessen denn der Beantwortung der ontologischen Frage nach der besten Ordnung, bestimmt auch die Beantwortung dieser beiden Fragen. Der Vorwurf, Platon sei ein totalitärer Denker, greift fehl, weil er zwar die Möglichkeit der Erkenntnis der Wahrheit und Gerechtigkeit postuliert, aber deren Realisierbarkeit ausschließlich an eine göttliche Fügung bindet. Weil damit der utopische Idealstaat faktisch nicht zu verwirklichen ist, kann Platon nur dann zur Herrschaftslegitimation benutzt werden, wenn seine philosophischen Prämissen ignoriert werden.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.31 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Sung-Chul Rhim: Die Struktur des idealen Staates in Platons Politeia. Würzburg: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24195-die-struktur-des-idealen-staates-in-platons-politeia_27871, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 27871 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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